12 April 2011, 08:40
Kretschmann lässt die 'katholische Maske' fallen!
 
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Zukünftiger Landesvater von Baden-Württemberg: Wir werden „Gott sei Dank evangelischer“, etwa in der Mitbestimmung der Gläubigen aufgrund des allgemeinen Priestertums – Homopartnerschaften sei Sache der BürgerInnen, so habe er Ratzinger geschrieben.

München (kath.net)
Der designierte Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Wilfried Kretschmann, hat in einem Interview mit dem Sonntagsblatt der Evangelischen Kirche jetzt seine "katholische Maske" fallen gelassen und herablassend über die eigenen Kirche und vor allem auch über Priester gesprochen. "Ich sollte Pfarrer werden. Dieses ganze autoritäre Gehabe, das dort herrschte, dieser Zwang und diese Gehorsamsideologie bis hin zu Schlägen - all das gehört zu den schlechtesten Erfahrungen, die ich in meinem Leben überhaupt gemacht habe", meinte er wörtlich.

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Der 62-jährige grüne Politiker, der auch Mitglied im "Zentralkomitee der Deutschen Katholiken" und im Diözesanrat der Erzdiözese Freiburg ist, behauptete, dass man gegenüber der katholischen Kirche eine gewisse Souveränität haben müsse und nicht vergessen dürfe: „Jesus Christus ist das Haupt der Kirche, nicht der Papst, ein Bischof oder sonst irgendwer“. Er selbst habe die katholische Kirche in seiner Jugendzeit als vorkonziliar und autoritär erlebt.

Homosexuelle Lebenspartnerschaften möchte er nicht ausgrenzen, dies habe er auch dem früheren Joseph Kardinal Ratzinger geschrieben. Denn die persönliche Lebensführung sei Sache der Bürgerinnen und Bürger, immerhin habe ja auch Jesus diejenigen, die am Rand gestanden hätten, in die Mitte genommen.

Der grüne Politiker fühle sich eher als "ökumenischer Christ". In vielen Bereichen stehe er „der evangelischen Kirche näher als meiner eigenen, ohne jedoch die Lust zu verspüren, evangelisch zu werden.“ Er schätze beispielsweise das allgemeine Priestertum als „sehr authentischen biblischen Gedanken“. Es gehöre zum Grundprinzip der evangelischen Kirche, dass die einzelnen Gläubigen ihren Glauben mitbestimmen können. „Wir werden aber Gott sei Dank evangelischer“.

Über seine eigene kirchliche Vita erzählt der Baden-Württemberger, er sei in einem liberalen katholischen Elternhaus aufgewachsen, der sonntägliche Kirchgang und die Feste des Jahreskreises seien selbstverständlicher Familienalltag gewesen. Als Student sei er aus der Kirche ausgetreten, später jedoch wieder eingetreten. Dabei seien die Kirchenmusik und die Kunst für ihn immer Brücken gewesen. Die Grünen hätten ihm geholfen, die katholische Kirche zu ertragen: „Das klingt paradox, aber es ist so.“

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