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Studie: Evolutionstheorie und die eigene Todesangst

1. April 2011 in Chronik, 12 Lesermeinungen
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Beeinflussen Gedanken an den eigenen Tod die Ablehnung der Evolutionstheorie? Müsste man die Evolutiontheorie mit Gedanken um die Sinnhaftigkeit des Lebens aufladen, um eine höhere Akzeptanz zu erreichen?


Wien (kath.net) Gedanken an den eigenen Tod beeinflussen die Weltanschauung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, welche an der kanadischen University of British Columbia durchgeführt wurde, wie der ORF berichtet.

Für die Studie "Death and Science: The Existential Underpinnings of Belief in Intelligent Design and Discomfort with Evolution" (von Jessica Tracy et al.) wurden in fünf Einzeluntersuchungen insgesamt 1.674 kanadische und US-amerikanische Teilnehmer mit unterschiedlichem sozialem und religiösem Hintergrund getestet. Zuerst sollte ein Teil der Probanten einen Text darüber schreiben, wie er sich den eigenen Tod vorstelle. Die Kontrollgruppe schrieb in dieser Zeit einen Text über eigene Zahnschmerzen. Danach wurden allen Teilnehmern zwei kurze Textstücke vorgelegt: der eine Text stammte von Richard Dawkins, dem vehementen atheistischen Evolutionsverfechters. Der andere Text stammte von Michael Behe, einem Vertreter des „Intelligent Design“. Der Biochemiker Behe vertritt, dass die biochemischen Grundlagen des Lebens zu komplex seien, um nur mit der Evolutionstheorie erklärt werden zu können, es müsse ein übernatürlicher Schöpfer dafür verantwortlich sein.


Die Testpersonen jener Gruppe, welche zuvor ihre Todesvorstellungen beschrieben hatten, bewerteten den Behe-Text deutlich häufiger positiv als die Kontrollgruppe. Erst als in einem weiteren Durchgang ein Textzitat von Carl Sagan zum Dawkins-Zitat hinzugefügt wurde, welches auch innerhalb der Evolutionstheorie Sinn und Bedeutung bot, ging die höhere Zustimmung der erstgenannten Gruppe wieder zurück.

"Die Ergebnisse legen nahe, dass Menschen angesichts existenzieller Fragen nach einem Sinn oder einer Bestimmung im Leben suchen", folgerte Tracy. Man müsse also die Evolutionstheorie mehr mit Sinn und Bedeutung aufladen, um eine höhere Akzeptanz der Evolutionstheorie zu erreichen.


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