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| ![]() Reaktorkatastrophe Japan25. März 2011 in Aktuelles, 1 Lesermeinung Es gilt weiterhin, die eindeutigen Grenzen zu erkennen. Gedanken zur Bewahrung der Schöpfung: von Richard Kocher Immenstadt (kath.net/RadioHoreb) Die Reaktorkatastrophe in Japan hat viele veranlasst, neu über die Schöpfung Gottes und den Umgang des Menschen mit ihr nachzudenken. Ist es ethisch verantwortbar, eine Energieform zu benutzen, welche ein derart zerstörerisches Potential freisetzen kann, dass es ganze Länder auf die Dauer von Generationen schädigt? Grundsätze einer Antwort finden wir in Gen 9, welche die Situation des Menschen nach der Sintflut behandelt. Der Mensch ist von Gott berufen zum Hirten und Pfleger einer ihm anvertrauten Schöpfung. Darin soll sich seine herrscherliche Sonderstellung der übrigen Schöpfung gegenüber verwirklichen. Der Kulturauftrag, die Erde zu bebauen und sie zu hüten (vgl. Gen 2,15) steht in diametralem Gegensatz zur konstruktivistischen »Macher-Mentalität« der Neuzeit. In diesem Zusammenhang verdient die Erzählung von der Sintflut näher betrachtet zu werden. Der Alttestamentler Erich Zenger verweist auf die Vernetzung von Gen 1 und Gen 9, die in den bisherigen Kommentaren viel zu wenig beachtet wurde. Seine Beobachtungen zu Komposition und Bildersprache der Flutgeschichte zeigen, dass diese in der Sicht der Priesterschrift ein zweiter Akt der Schöpfung ist. Der Bogen Gottes am Himmel - das hebräische Wort für Regenbogen und Kampfbogen ist identisch! - ist, ähnlich wie bei den Pharaonen ein Zeichen göttlicher Mächtigkeit, "Störungen abzuwehren und so das Leben zu sichern" . Als Bundeszeichen ist er eine Metapher für die Königsherrschaft Gottes, "der sich die Verfügungsgewalt über seine Erde nicht aus der Hand nehmen lassen will". Die Sintflutgeschichte mit dem Aufleuchten des Bogens Gottes in den Wolken macht somit energisch klar, dass Gott nicht gewillt ist, die Pervertierung seiner Schöpfung durch den Menschen hinzunehmen: "Der den Anfang des Lebens gesetzt hat, gibt dieses Leben nicht aus seiner Hand." Die ökologisch-theologischen Folgerungen, in denen der deutlich warnende Ton unverkennbar ist, formuliert Zenger so: "Menschen, die die Erde als 'Lebenshaus' zerstören, verfehlen ihr Menschsein. Eine Menschheit, die die Erde als Material ihrer Bedürfnisbefriedigung betrachtet, die die Tiere als rechtlose Kreaturen benutzt, die das Machbare zum Maßstab ihrer Entscheidungen macht (und erst danach über die Moral des Gemachten nachdenkt), die Waffen produziert, die den Biotop Erde insgesamt zerstören können - eine solche Menschheit handelt schöpfungswidrig und schickt sich an, wie 'alles Fleisch' zu werden, von dem Gen 6,12 redet." Auch wenn der Mensch heute vieles von dem im Griff hat, was ihm früher einfach vorgegeben war, gilt es doch auch, die eindeutigen Grenzen zu erkennen. "Der Satz, der Mensch habe selbst die Vorsehung zu übernehmen, ist Frevel und Verderben, denn er greift das Königsrecht dessen an, der allein von Wesen zu herrschen vermag." (Guardini) . Pfr. Richard Kocher ist der Leiter von Radio Horeb Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() Lesermeinungen
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