13 Dezember 2010, 09:14
Das ewige Leben im Himmel wird keineswegs 'langweilig'
 
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Bischof Klaus Küng bei Vortrag im Rahmen des „Dialoges zwischen den Kulturen“: Die Gemeinschaft der Heiligen wird eine super Sache, denn es ist eine Gemeinschaft mit Gott.

St. Pölten (kath.net/dsp) „Es wartet der Himmel auf uns, und das ist keine kleine Sache!“ Bischof Klaus Küng wies in einem Vortrag im Rahmen des „Dialoges zwischen den Kulturen“ in der St. Pöltner „Bühne im Hof“ auf die Bedeutung des jetzigen Lebens für unser künftiges Dasein hin. Unter dem Motto „Wie kommt man ins Paradies und ab wann…?“ gestaltete Küng mit seinem Medienreferenten Eduard Habsburg als Moderator einen informativen, unterhaltsamen und streckenweise durchaus humorvollen Abend. Leicht verständlich aber nicht oberflächlich, ohne theologische Fachsprache aber doch fundiert, plauderte der Bischof über die Vorstellungen von Paradies und Himmel im Christentum und im Islam.

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Trotz aller wirtschaftlichen, technischen und naturwissenschaftlichen Errungenschaften „bringen wir kein Paradies zustande“, stellte Küng fest, „nicht einmal den Frieden.“ Dennoch trage jeder Mensch die Sehnsucht nach einer „anderen Welt“, nach dem Guten und Schönen, nach dem, „was wirklich erfüllt“ in sich. In dieser Sehnsucht liege bereits eine Ahnung vom Himmel – nicht nur als Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod, sondern auch als Erinnerung an das „verlorene Paradies“. Jede Sehnsucht des Menschen habe eine Bedeutung, so Küng. Wie Hunger, Durst und auch Schmerz weise auch unsere Sehnsucht nach dem Paradies auf die reale Möglichkeit einer Erfüllung hin.

Obwohl im Christentum, im Islam und auch in den anderen Religionen durchaus sehr unterschiedliche Vorstellungen von "Paradies" oder "Himmel" bestehen, werde doch stets das Verhalten jedes einzelnen Menschen in seinem jetzigen Leben als wichtige Grundlage für das "ewige Leben" angesehen, betonte Bischof Küng. "Erwägungen über das Paradies sind nicht nur Spekulation, sondern haben ganz konkret mit unserem Leben, mit unserer jetzigen Situation zu tun." In der Getriebenheit des Alltags gelte es immer wieder innezuhalten und „danach zu fragen, was wichtig ist.“ Wer zu einer „reifen Beziehung zu Gott“ gelange, könne schon in dieser Welt Frieden, Freude und Liebe erlangen.

Das ewige Leben im Himmel werde keineswegs „langweilig“, sagte Küng. „Die Gemeinschaft der Heiligen wird eine super Sache, denn es ist eine Gemeinschaft mit Gott.“ Die christlichen Vorstellungen seien zwar im Vergleich zu den lebendigen Bildern des islamischen Paradieses eher abstrakt, das liege jedoch daran, dass das Leben nach der Auferstehung grundlegend anders sei als das uns jetzt bekannte. Da wir als Menschen begrenzt, Gott jedoch unbegrenzt sei, würden wir „Gott in Ewigkeit nie ganz erkennen“, wie Küng erklärte.







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