10 Dezember 2010, 12:45
Kardinal Marx: Sinti und Roma 'sind uns herzlich willkommen'
 
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Kardinal Marx besucht Sinti und Roma in München-Hasenbergl und lobt gelungene Integration – Der christliche Glaube ist 'inklusiv, nicht exklusiv'– Die etwa 5000 bayrischen Sinti und Roma haben sogar einen eigenen Seelsorger

München (kath.net/pem) Der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Kardinal Marx, hat dazu aufgerufen, die Integrationsbemühungen auf Basis des christlichen Menschenbildes zu verstärken. „Wir sind alle Kinder Gottes, jeder einzelne ist ein Bild des lebendigen Gottes“, sagte Kardinal Marx bei einem Besuch in der Pfarrei Mariä Sieben Schmerzen in München-Hasenbergl: „Wenn wir das verstehen, dann ist der Weg zu einer richtigen Integration schon geebnet.“ Der traditionelle vorweihnachtliche Besuch des Erzbischofs galt in diesem Jahr vor allem den Volksgruppen der Sinti und Roma, die in München-Hasenbergl regelmäßig Gottesdienst feiern.

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„Wenn wir von unserem gemeinsamen Menschsein ausgehen, dann wird Verschiedenheit zu einer Bereicherung“, betonte der Kardinal. Dies gelte gerade auch für die Sinti und Roma, die zu den in der Geschichte häufig benachteiligten Volksgruppen gehörten. „Sie sind uns herzlich willkommen“, bekräftigte Kardinal Marx. Der christliche Glaube sei „inklusiv, nicht exklusiv“, das sollten Christen im täglichen Leben bezeugen. Die Pfarrei Mariä Sieben Schmerzen sei dafür ein gelungenes Beispiel.

„Gerade die Sinti und Roma wissen, was es bedeutet, immer wieder in die Gewaltgeschichte der Menschen verstrickt zu werden“, sagte Kardinal Marx: „Darüber könnte man verzweifeln.“ Gott aber habe ein positives Bild von den Menschen. Mitten in Zeiten des Krieges, der Gewalt und der Diskriminierung stelle Gott ein „Bild der Gewaltlosigkeit“: Weihnachten sei ein „Jubelfest des Friedens“. Dies werde deutlich, „wenn wir auf das Kind in der Krippe schauen. Es verwandelt uns, es vertreibt Gewalt und Aggressionen“.

Bei dem Besuch feierte Kardinal Marx mit Diakon Nikola Capin, dem Seelsorger für die Sinti und Roma, und Pfarrer Christian Hermann, Leiter des Pfarrverbandes Hasenbergl, eine Andacht in der Pfarrkirche. Anschließend unterhielt er sich mit den Gläubigen im Pfarrheim.

Seit 1993 gibt es im Erzbistum München und Freising die Seelsorge für Sinti und Roma. Etwa 5000 vorwiegend katholische Sinti leben im Gebiet der Erzdiözese; sie haben seit mehreren hundert Jahren ihre Heimat in Deutschland und sind Deutsche. Dazu kommen Migranten, die als Arbeitnehmer, Flüchtlinge oder Asylbewerber in Bayern leben. Der Seelsorger für die Sinti und Roma, Diakon Nikola Capin, hält alle zwei Wochen Andachten in der Pfarrkirche Mariä Sieben Schmerzen, zu seinen Aufgaben zählen auch regelmäßige Besuche, Sakramentenpastoral, Wallfahrten, Katechese, Gottesdienste, sozial-caritative Dienste, Aus- und Fortbildung und Information in Kirche und Gesellschaft.

Traditionell besucht der Erzbischof von München und Freising vor Weihnachten Menschen in schwierigen Lebenssituationen und bringt auch Geldgeschenke mit. Die Seelsorge für Sinti und Roma wird die diesjährige Spende unter anderem zur Unterstützung einer Kindergartengruppe, die überwiegend Sintikinder betreut, einer Sintifrauengruppe und der Arbeit von Diakon Nikola Capin verwenden.








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