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Menschenrechte konsequent verteidigen

10. Dezember 2010 in Aktuelles, 9 Lesermeinungen
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Missio: Religionsfreiheit ist ein grundlegendes Menschenrecht – Auch in Europa: Minarettbauverbot und Kopftuchverbot sind Anzeichen von zunehmender Ablehnung gegenüber öffentlich praktizierter Religion


Wien (kath.net/Missio) Am 10. Dezember ist der Tag der Menschenrechte. Die Päpstlichen Missionswerke in Österreich und die Missio-Projektpartner in den Ländern des Südens sind tagtäglich damit konfrontiert, wie gerade die Rechte der ärmsten Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika immer wieder mit Füßen getreten werden. Ob in China, Indien, im Irak oder Sudan: Besonders Artikel 18 der UN-Menschenrechtserklärung wird ganz aktuell rigoros missachtet – das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit.

Msgr. Dr. Leo-M. Maasburg, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke: „Glaubens- und Kultusfreiheit, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit gehören zum Grundbestand der Menschenrechte. Diese Erkenntnis war auch im christlichen Abendland keineswegs immer selbstverständlich. Über viele Um- und Irrwege hat Europa zu dieser Erkenntnis gefunden. Umso wichtiger ist nun aber, dass wir die Religionsfreiheit, die Papst Benedikt XVI. als ‚Freiheit aller Freiheiten’ bezeichnet, als Menschenrecht konsequent verteidigen. Bei Menschenrechtsverletzungen wegzuschauen, hat todbringende Folgen.“


Menschenrechte auch in Europa unter Beschuss

Selbst in Europa greifen eine zunehmende Christophobie und Angriffe auf das Recht der Religionsfreiheit um sich. Dabei sichert Religionsfreiheit Freiheit für und nicht von Religion. Maasburg: „Das Recht auf Religionsfreiheit sichert die öffentliche Ausübung der Religion. Die Mission, das aktive und öffentliche Bezeugen des eigenen Glaubens, ist Teil der Religionsfreiheit und darf nicht durch einen falsch verstandenen Säkularismus ausgehebelt werden. Nicht das Recht, seine eigene Religion weiterzugeben, also zu missionieren, gefährdet den Frieden. Im Gegenteil: Die Unterdrückung der Verkündigung des jeweiligen Glaubens gefährdet die Freiheit aller und somit den Frieden.“

Christen und Muslime sitzen diesbezüglich im selben Boot: Das Minarettbauverbot in der Schweiz oder die Verbannung von Kopftüchern aus Schulen und Ämtern im laizistischen Frankreich sind unter anderem auch ein Anzeichen einer zunehmenden Ablehnung gegenüber praktizierter Religiosität in der Öffentlichkeit. Dabei stellte der europäische Gerichtshof für Menschenrechte in einer Grundsatzerkenntnis (Appl. 14307/88) fest, dass es Aufgabe des Staates ist, gegenseitige Respektierung und Toleranz der verschiedenen Überzeugungen zu sichern und nicht die Pluralität selbst - als mögliche Ursache von Konflikten – zu beseitigen.
Systematische Christenverfolgung

Immer wieder werden Christen weltweit Opfer von Diskriminierung, Folter, Zwangskonversion, Vertreibung, Vergewaltigung und Mord. Mehr als 200 Millionen Christen werden derzeit in mehr als 50 Ländern wegen ihres Glaubens verfolgt. Rund 80 Prozent aller wegen ihres Glaubens verfolgten Menschen sind Christen. Die Situation im indischen Bundesstaat Orissa ist nur eines von mehreren beunruhigenden Beispielen.


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