
Ankara (kath.net/KAP) Der mutmaßliche Mörder des katholischen Bischofs von Anatolien, Luigi Padovese (siehe Foto), ist von türkischen Ärzten für unzurechnungsfähig erklärt worden. Eine psychiatrische Klinik im südtürkischen Adana diagnostizierte eine "geistige Umnachtung", meldeten türkische Zeitungen am Mittwoch übereinstimmend.
Der 26-jährige Murat Altun, ehemaliger Chauffeur des Apostolischen Vikars von Anatolien, hatte gestanden, Padovese im Sommer in dessen Haus in Iskenderun in der südtürkischen Provinz Hatay die Kehle durchgeschnitten zu haben. Er sitzt seit der Tat in Untersuchungshaft und wartet auf seinen Prozess.
Die zuständige Staatsanwaltschaft legte den Zeitungsberichten zufolge Einspruch gegen das Gutachten ein. Die Expertise soll nach dem Willen der Anklagebehörde nun Experten in Istanbul vorgelegt werden.
Altuns Anwalt verlangte die sofortige Freilassung seines Mandanten aus der Untersuchungshaft und die Überweisung in ein Krankenhaus. Schließlich hätten die Ärzte Altuns Schuldunfähigkeit festgestellt. Der mutmaßliche Mörder befand sich bereits vor der Tat in psychiatrischer Behandlung. Bei einer Verurteilung wegen Mordes droht ihm lebenslange Haft.
Nach dem Mord an Bischof Padovese war über mögliche politische Motive für die Gewalttat diskutiert worden. In den vergangenen Jahren waren mehrere Christen in der Türkei von türkischen Nationalisten ermordet worden.
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