24 November 2010, 10:58
Wenn Gott verschwindet, werden wir von den Weltmächten versklavt
 
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Bischof Müller von Regensburg warnt am Christkönigssonntag vor aktuellen Versuchen, die Kirche zu entrechten mit dem Ziel, das Land zu entchristlichen.

Regensburg (kath.net/Bistum Regensburg) Vor aktuellen Entwicklungen, deren Ziel die „Entchristlichung Deutschlands“ sei, warnte der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller in seiner Predigt am Christkönigssonntag vor mehr als tausend Gläubigen. Aus kirchenfernen und kirchenfeindlichen Kreisen werde das Ziel verfolgt, die Kirche als unglaubwürdig darzustellen.

Dabei wehrte sich der Bischof ausdrücklich gegen "die üblen Machenschaften, die Glaubwürdigkeit der Kirche zu erschüttern". Tatsächlich zielten all diese Bestrebungen nur darauf ab, das Land zu entchristlichen.

Doch warum sollte das Heidentum, also die Vergötzung der vergänglichen Dinge und die Beiseiteschiebung des unvergänglichen Gottes, ein Ziel sein, das für die Menschen erstrebenswert sei? "Wenn Gott aus unserem Leben verschwindet, werden wir versklavt von den Weltmächten, von den medialen Meinungsmachern, die die Welt beherrschen wollen. Die Freiheit wird uns genommen, als Kinder Gottes zu leben. Stattdessen würden wir manipuliert werden."

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Die Entrechtung der Kirche, die von manchen Kreisen angestrebt wird, muss verhindert werden. Dass die Kirche nicht mehr das Recht haben solle, ihren Glauben auszuüben, dass Eltern nicht mehr entscheiden dürften, welchen Glauben ihre Kinder haben sollten, dass die Kirche als Ganzes mithilfe alter Klischees als unglaubwürdig dargestellt werde - dem gelte es sich mit aller Macht entgegenzustellen. Der Bischof verwies dabei auf das Menschenrecht der Religionsfreiheit.

Auch würde den Menschen weisgemacht, dass die Kirche vom Staat finanziert werde: "Dies ist einfach nicht wahr. Die Aufgaben der Kirche werden von den Mitgliedern der Kirche getragen. Was wir vom Staat bekommen, ist rechtlich festgelegt. Der Staat erfüllt seinen Auftrag für die allgemeine Bildung, wenn er Bildungseinrichtungen mitfinanziert, die unter kirchlicher Trägerschaft stehen.“

Bischof Gerhard Ludwig Müller forderte die Gläubigen auf, sich angesichts dieser Entwicklungen nicht erschrocken und verschüchtert zurückzuziehen. "Wir lassen uns nicht aus der Öffentlichkeit herausdrängen. Wir sind von unserem Glauben her dem Gemeinwohl verpflichtet!“

Eindringlich legte er allen ans Herz, wählen zu gehen und das Umfeld als Mitglied einer Demokratie aktiv mitzubestimmen. „Wir alle zusammen, in welchem Stand auch immer, müssen uns auf Christus hin orientieren und daran Maß nehmen“, sagte der Bischof.

Er appellierte an die Gläubigen, "keine lauen Kompromisse mehr hinzunehmen. Lassen wir dies alles hinter uns und fangen neu an!" Es sei wichtig, die Machenschaften, mithilfe derer die Entrechtung der Kirche und die Entchristlichung Deutschlands angestrebt werde, zu durchschauen und sich nicht einschüchtern zu lassen, sondern aufrecht als gläubige Christen für den Glauben einzutreten.

"Die Christen leisten für unsere Gesellschaft vor allem in Deutschland einen unersetzlichen Beitrag.“ Am Ende werde Christus jedoch alle Feindschaft überwinden.

Als Leitlinie für das neue Kirchenjahr, das am ersten Advent beginnt, gab der Regensburger Bischof aus, "Gerechtigkeit und Frieden für die Welt zu fördern". Auch die so genannten Neu-Atheisten würden sich vielleicht irgendwann daran erinnern, wer sie wirklich liebe und sie würden auch zu Freunden Gottes werden. "Wir anerkennen sie als Brüder und Schwestern. Doch es bedarf dabei der wechselseitigen Achtung und Toleranz!".

Ehrungen für verdiente Laien und Priester

Bischof Müller feierte den achten Jahrestag seiner Bischofsweihe im Hohen Dom St. Peter zu Regensburg mit einer Pontifikalvesper, die von den Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Domkapellmeister Roland Büchner sowie an der Orgel von Professor Franz Josef Stoiber begleitet wurde.

Im Anschluss ehrte der Bischof verdiente Laien und Priester im Rahmen einer Feierstunde im Regensburger Kolpinghaus. Generalvikar Michael Fuchs begrüßte die Gäste und Bischof František Radkovsky (Pilsen) entbot den Anwesenden und vor allem den zu Ehrenden seine Achtung und Anerkennung.

Der Regensburger Oberhirte erklärte, dass die Verleihung des Titels Bischöflich Geistlicher Rat eine Anerkennung sei für die Dienste, die der Empfänger für die Gemeinschaft der Gläubigen verrichtet habe.

Zum Bischöflichen Geistlichen Rat wurden ernannt Pfarrer Raimund Arnold (Pfarrei Ast/Cham), Pater Emanuel Breunig (Kloster Speinshart/Neustadt WN), Pfarrer Alfons Forster (Michldorf/Leuchtenberg), Pfarrer i.R. Georg Frank (Nittenau/Schwandorf), Pfarradministrator Dr. Raphael Mabaka ma Mbumba (Markleuthen/Kemnath-Wunsiedel), Pfarradministrator Kata Rajuta (Niedermotzing/Straubing), Prior Pater Benedikt Schuster (Kloster Speinshart/Neustadt WN), Pfarrer Wolfgang Schwarzfischer (Langquaid/Kelheim), Pfarradministrator Hermann Stanglmayr (Loizenkirchen/Vilsbiburg), Pfarradministrator Dr. Joseph Thurutumaly (Kastl/Kemnath-Wunsidel).

Die höchste Medaille für Laien im Bistum Regensburg ist die Wolfgangsmedaille. Bischof Gerhard Ludwig Müller verlieh sie an Walter Ringlstetter (Diözesanverwaltungsrat), Dr. Rainer Tichy (Malteser) sowie (in Abwesenheit) an den Vorsitzenden des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, Dr. Albert Schmid. Dr. Rainer Tichy dankte im Namen aller Geehrten für die Auszeichnung und meinte abschießend, dass mit ihm alle Malteser mit der Wolfgangsmedaille geehrt worden seien.

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