22 November 2010, 20:26
Französische Kirchenführer: Papstäußerungen keine Revolution
 
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'Lehre vom kleineren Übel' angewandt - Vorabzitate aus dem neuen Papstbuch sorgen weithin für Wirbel.

Paris (kath.net/KAP) Französische Kirchenführer haben auf die (möglicherweise ungenau zitierten) Äußerungen von Papst Benedikt XVI. zum Gebrauch von Kondomen zurückhaltend reagiert. Sie stellten keine Meinungsänderung dar, erklärte Kardinal Philippe Barbarin von Lyon in der Tageszeitung "Le Parisien" (Montag). Sexualität müsse Ausdruck der in Treue gelebten Liebe sein. Wenn dies nicht der Fall sei und die Sexualität schon nicht Quelle des Lebens sei, dürfe Sexualität zumindest nicht Quelle des Todes werden.

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Bischof Stanislas Lalanne von Coutances, früherer Sprecher der Bischofskonferenz, sagte im Rundfunksender "Europe1", die Äußerungen des Papstes seien keine Revolution. Allerdings sei die Haltung klarer ausgesprochen worden als früher. Lalanne schloss aus, dass ein Papst künftig über die jetzt von Benedikt XVI. vertretene Linie hinausgehen werde.

In der Tageszeitung "La Croix" (Montag) urteilte der Moraltheologe Xavier Lacroix, es handle sich nicht um eine grundlegende Kursänderung. Benedikt XVI. wie sein Vorgänger Johannes Paul II. hätten immer hervorgehoben, dass Präservative nicht das einzige Mittel zur Bekämpfung von Aids sein dürften.

Auch der Religionshistoriker Frederic Lenoir erinnerte daran, dass Enthaltsamkeit und Treue weiter in katholischer Sicht die entscheidenden Werte blieben. Es gehe dem Papst nicht um alltäglich gelebte Sexualität, sondern einen bestimmten Fall der Gesundheitsvorsorge. Hier wende er nur die Lehre vom kleineren Übel an.

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