21 November 2010, 16:41
Der Unterschied zwischen Humanae vitae und einem Bordell-Besuch
 
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Der Papst bleibt dabei, was er vor kurzem über die Lehre zur Empfängnisregelung sagte - Klartext von Bischof Andreas Laun zu (angeblichen) Papstaussagen über Kondome

Rom-Salzburg (kath.net)
Kondome sind keine wirkliche und moralische Lösung, aber, sagte Papst Benedikt, "Im einen oder anderen Fall kann es in der Absicht, Ansteckungsgefahr zu verringern, jedoch ein erster Schritt sein auf dem Weg hin zu einer anders gelebten, menschlicheren Sexualität". Als konkretes Beispiel nennt der Papst einen Prostituierten, der auf diese Weise ein Bewusstsein entwickeln könnte, „das man nicht alles tun darf, was man will“! Daraufhin die Weltpresse voller Aufregung: Papst „lockert das Kondomverbot“ und andere Schlagzeilen dieser Art! Welch ein Triumph der „Anderen“, endlich gibt die sture Kirche nach?

Man fragt sich erstaunt, warum diesen Leuten die Kirchliche Lehre wichtig sein soll, wenn sie sie doch ohnehin nicht achten und für Unsinn halten, was sie lehrt? Oder gibt es weltweit ein verdrängtes Wissen, dass sie doch von Gott ist und die Wahrheit lehrt? Nun, sicher ist: Der Papst bleibt dabei, was er vor kurzem über die Lehre zur Empfängnisregelung sagte: „Die Wahrheit kann sich nicht ändern!“

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Ebenso wahr ist, was er jetzt sagte und wer es wissen wollte, wusste es längst und sagte es bei Gelegenheit auch wie z.B. ich in meinen Vorlesungen. Aber mit dem Lehrschreiben Humanae vitae über Empfängnisverhütung und Empfängnisregelung hat diese Aussage des Papstes absolut nichts zu tun! Denn die eheliche Liebe, von der Humanae vitae spricht, unterscheidet sich um Welten von einem Bordell-Besuch! Man vergleicht ja auch nicht das Tragen von Handschuhen als Schutz vor dem Frost mit der vernünftigen Benützung von Handschuhen bei einem Einbruch, um sich beim Eindrücken eines Fensters nicht zu verletzten! Auch ist es nicht so, dass die Kirche Dirnen „mehr erlaubt“ als Ehepaaren und zwar aus mehreren Gründen ist das nicht so: Erstens kann die Kirche nicht „erlauben“, was gegen die Ordnung Gottes ist.

Zweitens kennen Dirnen die Lehre der Kirche in der Regel nicht und halten sich nicht an sie, sonst wären sie keine Dirnen. Drittens pflegt die Kirche keine „Beratung zum „sicheren Sündigen“ zu machen!

Wahr ist und bleibt nur, was der Papst sagt: Das Ansteckungsrisiko beim Sündigen zu vermindern – mehr als Risiko-Senkung ist das Kondom ohnehin nicht! – ist keine zusätzliche Sünde, sondern vernünftig und vielleicht ein erster Schritt zurück zu Verantwortung und einem neuen Verständnis der Liebe!

Zur Sicherheit auch noch dies: Wenn ein Katholik meint, die Aussage des Papstes sei geeignet, Missverständnisse hervorzurufen und darum hätte er das nicht sagen sollen, darf er das nicht nur denken, sondern auch sagen! Aber er sollte nicht folgern: Der Papst sei von der Lehre der Kirche abgefallen! Er möge sich beruhigen, das ist er nicht, der Papst bleibt katholisch!

Zum Schluss auch noch dies: Betroffen von der Aussage des Papstes sind nur Menschen, die Sexualität weit entfernt von der Liebe in der Ehe praktizieren. Und noch einmal: Beim Nein der Kirche zur Verhütung geht es um den Schutz der ehelichen Liebe, um das wirkliche Gelingen des biblischen „Ein-Fleisch-werdens“ und nicht um die Antwort auf andere Fragen, die das Leben auch noch stellt. Weil der Kirche aber alle Menschen wichtig sind, spricht sie auch zu Prostituierten und ebenso zu Menschen, die noch viel schlimmere Sünden begehen als diese, sie spricht einfach zu allen Sündern – daher auch zu Ihnen und mir!

Ein wichtiger Hinweis aufgrund zahlreicher Anfragen: Kath.net wird bis Weihnachten einige exklusive Leseproben aus dem Papstbuch bringen. Aufgrund einer vertraglich unterschriebenen Pressesperre dürfen wir Leseproben aus dem spannenden Buch allerdings erst in einigen Tagen veröffentlichten und können daher auch nicht die entsprechende Stelle im vollen Umfang veröffentlichen! Wir bitten um Verständnis!

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Benedikt XVI.
Licht der Welt
Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit.
Ein Gespräch mit Peter Seewald
Verlag Herder
240 Seiten
geb.m.Schutzumschlag
ISBN 978-3-451-32537-3
Preis: 20,50 Euro

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