14 September 2010, 17:42
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Ein „Glossar“ der englischen Kirche – Zeichen der liturgischen Abgründe - Ein Kommentar von Armin Schwibach / Rom

Rom (kath.net/as)
Man glaubt es nicht. Kann das wahr sein? Ist das ein Witz? Ist es möglich, dass ein katholisches Hirn derartiges produziert? Sind die von allen guten Geistern verlassen?, möchte man ausrufen. Die Reise Papst Benedikts XVI. nach England steht unmittelbar bevor. So haben es die Organisatoren für notwendig erachtet, ein Glossar zu verfertigen, mit dem einem unbedarften (hoffentlich nicht katholischen) Publikum nahe gebracht werden soll, wie eine katholische Messe so ausschaut, was da so abläuft und was die Bedeutung dessen ist, was man als Zuschauer so an Ungewohntem vorgesetzt bekommt. „Some helpful terms“ haben die Briten das Opusculum genannt.

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Was ist die Messe? Eine „show“, ein „event“, ein „gig“, was einer Show mit Musikeinlagen gleichkommt. Und ein Altar? Na klar doch: ein Tisch! Bei der Eucharistie wird es schon schwieriger, meint man. Aber nein, zum Glück gibt es das Team der englischen Kirche, das die Reise vorbereitet: das „blessed sacrament“ ist „Brot und Wein“, es geht also ums Essen, auch wenn es wenig ist, was einem vorgesetzt wird, aber das verstehen alle.

Auch die Akteure der Show müssen natürlich erklärt werden: die Liturgiker (gemeint sind wohl die Zeremonienmeister) sind „performers“, ja gar „artists“ – Künstler (ob Prälat Guido Marini das weiß?). Und wer noch Zweifel hatte: die Sakristei ist ein „backstage“ der Messe (was logisch ist, ist die Messe ja nichts anderes als eine „show“ mit vielen „artists“ und „performers“).

Die versammelte Gemeinde ist eine „crowd“. „Spirituell“ und „erhebend“ ist, was Spaß macht („fun“), erregend („exciting“) und angenehm („enjoyable“) ist. Klar auch, dass die Kommunionausteilung ein „service“ ist, bei dem was hergegeben wird („giving out“).

Ach ja: es fehlen noch ein paar Leute: der Papst, die Bischöfe und die Priester. Sie sind die „headline actors“, die Stars der Show (von denen einer mit so einem komischen Schal herumläuft, durch den er sich von den anderen unterscheidet, um nicht vom Stock zu sprechen, den er in der Hand hält – abgesehen vom Spitzhut auf dem Kopf).

Ein Witz? Leider nicht. Traurige Wirklichkeit. Derartiger Schund scheint nach über vierzigjährigem Niedergang der Liturgie des einzige geblieben zu sein, was ein Katholik sagen kann, wenn er das höchste, nämlich den Gottesdienst, „erklären“ soll.

Die katholische Kirche Englands hat versucht, auf den Sturm von Kritiken zu reagieren. Das Opus sei für die Nichtgläubigen gedacht, die während der Papstmessen Ordnungsdienst machten. Die müssten natürlich wissen, was da passiert und wann sie gegebenenfalls beruhigend einschreiten sollen (oder sonst was). Es sollten mit dem Werk „allgemeinverständliche Parameter“ gegeben werden. „Aus diesem Grund wollten wir verstehen lassen, dass die Aufmerksamkeit, die man einer Messe zukommen lassen muss, keine andere ist als jene, deren es bei einem Konzert bedarf“, so der Sprecher von Westminster.

Was soll man sagen? No comment. Arme Kirche. Armer Papst - emmmm, Entschuldigung, also noch einmal für alle Nichtkatholiken: armer weißgekleideter „headline actor“.









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