24 August 2010, 10:37
‚Wollen uns erinnern lassen, dass es auch Opferbereitschaft braucht'
 
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Die Bischöfe Ackermann und Genn enthüllen Gedenktafel an zwei Märtyrer-Priester der NS-Zeit – sie hatten Hermann Göring den Hitler-Gruß verweigert

Nickenich/Wassenach (kath.net/Bistum Trier) Für zwei Priester, die im Konzentrationslager Dachau umgekommen sind - Johannes Schulz und Josef Zilliken – haben der Trierer Bischof Stephan Ackermann und der Bischof von Münster, Felix Genn, am Samstag eine Gedenktafel enthüllt.

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Der Nickenicher Pfarrer Schulz und sein in Wassenach tätiger Mitbruder Zilliken hatten am 27. Mai 1940 im Hotel Waldfrieden Reichsmarschall Hermann Göring den Hitler-Gruß verweigert. Darauf hin waren sie verhaftet worden. Beide starben 1942 im Konzentrationslager Dachau. Die Priester waren bereits seit Mitte der 1930er Jahre überwacht worden. Die Gedenktafel befindet sich am Hotel Waldfrieden zwischen Maria Laach und Wassenach.

Bischof Ackermann, der in Nickenich aufgewachsen ist, sagte, es sei wichtig, an einer Kultur, die erinnert und mahnt, weiterzuarbeiten, sie zu pflegen und fortzuschreiben. Schließlich gebe es 70 Jahre nach dem Ereignis immer weniger Zeugen, „denen wir zuhören können“. Er dankte denen, die die Initiative ergriffen hatten, dass nun eine Gedenktafel an die „Märtyrer-Priester“ erinnere. Die Tafel störe nicht die Idylle des Ortes, an dem sich „dramatische Geschichte“ ereignet habe, sondern könne eine Hilfe sein, dass sich solche Verbrechen nicht wiederholten.

Er und Bischof Genn würden den Akt der Erhüllung und Segnung der Tafel mit Dankbarkeit vollziehen, dass die beiden Priester ihren Glauben bezeugt hätten, sagte Ackermann. „Wir wollen uns erinnern lassen, dass es Zivilcourage, Mut und manchmal auch Opferbereitschaft braucht.“ Der in Wassenach aufgewachsene Bischof Genn segnete die Tafel nach ihrer Enthüllung.

Zu Beginn der Feier hatte der Nickenicher Pfarrer Norbert Missong neben Vertretern aus Politik, Kirche und Gesellschaft auch Angehörige von Pfarrer Schulz an dem „geschichtsträchtigen Ort“ begrüßt und betont, der 27. Mai 1940 sei ein „wesentlicher Moment des Widerstandes“. „Hier hatten die Pfarrer den Mut zu bekennen, dass man Gott mehr gehorchen muss als den Menschen.“ Die Gedenktafel sei eine Anfrage an jeden einzelnen, was er bereit sei für den Glauben einzubringen.

Foto: (c) www.etm-medienbuero.de

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