04 August 2010, 08:49
Loveparade: Sie hatte zum ersten Mal gebetet…
 
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Was ein Team von jungen Christen bei der Loveparade in Duisburg erlebte - Von Tobias-Benjamin Ottmar

Duisburg (kath.net/idea)
Diesen Einsatz werden die Teilnehmer der Sommerevangelisation „Summer2Go“ wohl nie vergessen: Gemeinsam mit einem Team von rund 50 jungen Erwachsenen war Werner Nachtigal (Berlin) bei der Loveparade in Duisburg, als bei einer Massenpanik 16 Menschen sterben – fünf weitere erliegen später ihren Verletzungen. Der 48-jährige Leiter des charismatisch geprägten Missionswerks „No Limit“ reiste seit Mitte Juli mit jungen Christen quer durch Deutschland, um die christliche Botschaft zu verbreiten.

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Nachtigal: „Wir standen vor dem Tunnel, als wir von dem Unglück erfuhren.“ Schon bald seien ihnen geschockte Menschen entgegen gekommen. „Eine Frau erzählte uns, dass sie in ihrer Verzweiflung mitten im Gedränge zum ersten Mal in ihrem Leben zu Gott gebetet hätte. Plötzlich sei ein kräftiger Mann gekommen und habe ihr rausgeholfen.“

Ihre Freundin sei dagegen ums Leben gekommen. Bis in die Nacht sprachen und beteten die Christen mit ihr und anderen jungen Leuten, die eigentlich nur Party machen wollten, aber nun den bisher schlimmsten Tag ihres Lebens erlebten. Auch Ordner, Polizisten und Sanitäter fanden bei den Christen Hilfe.

Spontaner Gottesdienst vor laufenden Kameras

Am Sonntag nach dem Unglück hielt der Berliner mit einem kleinen Team zweimal einen Gottesdienst in der Nähe des Unglücksortes ab. Auch das Fernsehen berichtete von der improvisierten Gedenkfeier.

Schwankte die Stimmung bei den Trauernden vorher zwischen Depression und Aggression gegen die Verantwortlichen des Unglücks, sorgten die Christen für Beruhigung. „Später kam ein Polizist und bedankte sich“, erzählt Nachtigal. Auch ein Sicherheitsmann suchte das Gespräch. „Er kann seit Samstag nicht mehr schlafen, weil er sich mitschuldig fühlt. Wir haben für ihn gebetet.“

Mehr als 30 Personen hätten sich entweder unmittelbar nach dem Unglück oder in den Tagen darauf für ein Leben als Christ entschieden, sagt Nachtigal.

Gleichwohl seien auch manche der jungen Evangelisten mit der Situation überfordert gewesen.

Nachtigal: „Sie wurden von erfahrenen Seelsorgern in unserem Team betreut.“

Seit 20 Jahren evangelistisch tätig

Der dreifache Familienvater ist seit 20 Jahren als Evangelist tätig. 1983 hatte er sich bei einer Evangelisation einer Baptistengemeinde für ein Leben als Christ entschieden. Im Rahmen seines hauptamtlichen Dienstes als Pastor und Evangelist im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden sprach er schon mit Promis wie Bob Geldof, Vitali Klitschko oder Pierce Brosnan über den Glauben an Jesus Christus. Seit 2008 gibt es immer wieder missionarische Aktivitäten, bei denen Jugendliche und junge Erwachsene aus ganz Deutschland mitwirken.

Manche machten noch Fotos von den Toten

Für den Einsatz in Duisburg wurden bewusst nur erwachsene Christen mitgenommen, erklärt Nachtigal. „Viele Menschen waren offen für das Evangelium. Es gab aber natürlich auch welche, die davon nichts wissen wollten.“ Mit denen, die Christen geworden sind, stehe man noch in direktem Kontakt und vermittle sie zu Gemeinden in der Nähe.







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