06 Juli 2010, 21:00
Abtreibung überlebt: Tim feiert 13. Geburtstag
 
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Stiftung "Ja zum Leben" protestiert gegen Spätabtreibungen. Trotz gesetzlicher Neuregelung ist kein Rückgang erkennbar.

Meschede (Kath.net/idea)
Nachbesserungen bei der Abtreibungsgesetzgebung und eine stärkere gesellschaftliche Akzeptanz für Kinder mit Behinderungen hat die Stiftung "Ja zum Leben" (Meschede) gefordert. Anlass ist der 13. Geburtstag des als "Oldenburger Baby" bekanntgewordenen Tim am 6. Juli.

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Er hatte 1997 seine eigene Abtreibung überlebt. Das Kind sollte aufgrund einer Down-Syndrom-Diagnose in der 25. Schwangerschaftswoche abgetrieben werden. Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, weil der Säugling nach der misslungenen Abtreibung neun Stunden ohne jegliche medizinische Versorgung um das Überleben ringen musste, bevor man ihm half. Seit seinen ersten Lebensmonaten lebt Tim in einer Pflegefamilie.

Laut der Stiftung - die mit der Kampagne "Tim lebt" gegen Spätabtreibungen protestiert - ist die Pflegemutter dankbar, das Kind in ihrer Mitte zu haben: "Tim liebt die Menschen bedingungslos und ich bin glücklich zu sehen, welche Fortschritte er macht." Eine durch Spenden ermöglichte Delfin-Therapie trage seit mehreren Jahren wesentlich dazu bei, Tims Motorik und seine kommunikativen Fähigkeiten zu verbessern. Dank ihr könne der Junge inzwischen sicher laufen und eine Förderschule besuchen.

Trotz Neuregelung mehr Spätabtreibungen

Nach Angaben der Stiftung ist trotz einer gesetzlichen Neuregelung der Spätabtreibungen kein Rückgang absehbar. Nach der Regelung muss eine Frist von drei Tagen zwischen der Feststellung einer Krankheit beim Ungeborenen und der Abtreibung eingehalten werden. Zudem muss der diagnostizierende Arzt der Schwangeren eine Beratung anbieten, in der er über mögliche psychosoziale und medizinische Folgen einer Spätabtreibung aufklärt. Trotz des neuen Gesetzes stieg im ersten Quartal dieses Jahres die Zahl der Spätabtreibungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast 55 Prozent auf 96. "Jeden Tag wird in Deutschland ein Kind, das bereits außerhalb des Mutterleibes lebensfähig wäre, getötet. Die alarmierende Zunahme von Abtreibungen nach der 23. Schwangerschaftswoche zeigt, dass dringend Handlungsbedarf besteht", sagte Manfred Libner, Geschäftsführer der Stiftung "Ja zum Leben". Nach seiner Ansicht muss man Schwangeren, bei deren Baby eine Behinderung diagnostiziert wurde, Perspektiven für ein Leben mit einem behinderten Kind aufzeigen.






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