24 Juni 2010, 11:30
Freiburger Theologe Greshake beklagt neuen Klerikalismus
 
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77-jähriger Freiburger Dogmatiker Greshake ortet einen "vorkonziliaren Klerikalismus" bei nicht wenigen Seminaristen und jungen Priestern und hat Angst vor neuerlichen 'Verkultung' der Liturgie und ihrer Sprache

Freiburg (kath.net/KNA/red) Der Freiburger katholische Theologe Gisbert Greshake hat eine zunehmende Verengung des Priesterbildes in der katholischen Kirche beklagt. Heute sei «insgesamt wieder der vorkonziliare Klerikalismus» im Vormarsch, so der 77-jährige Dogmatiker in der in Freiburg erscheinenden «Herder Korrespondenz» (Juli). Das zeige sich nicht zuletzt bei nicht wenigen Seminaristen und jungen Priestern.

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In einem «kritischen Rückblick zum Priesterjahr» spricht der Dogmatiker von «derzeitigen Lächerlichkeiten» im Zusammenhang mit der kirchlichen Betonung des Priestertums. Dazu zählten die barocke «Verfeinerung» liturgischer Gewänder, die «neuerliche 'Verkultung' der Liturgie und ihrer Sprache» sowie eine ständige Einschränkung von Laien in kirchlichen Diensten durch römische Anweisungen. Greshake nennt auch die Wiedereinführung der sogenannten Cappa Magna, eines hermelinbesetzten Umhangs, durch einige Kardinäle.

Der Theologe äußert die Hoffnung, dass die «derzeitige üble kirchliche Situation» ein Anlass zur Selbstbesinnung auf den Verweischarakter des priesterlichen Amtes sein könne. Dieses solle eben nicht auf sich selbst bezogen sein, sondern auf Christus verweisen. Dabei gehe es auch um «Demütigung» des kirchlichen Amtes. «Nur ein demütiges, verdemütigtes Amt ist dagegen gefeit, angemaßte Macht auszuüben, Privilegien in Anspruch zu nehmen, einsame Entscheidungen zu treffen, Abgehobenheit zu zelebrieren, 'heilige Kirche' zu spielen», meint der Theologe.

Greshake ist Priester und war Theologie-Professor an der Universität Wien und an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg inne. Von 1998 bis 2006 war er auch Gastprofessor an der Gregoriana in Rom.

(C) 2010 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Foto: (c) Uni Freiburg

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