22 Juni 2010, 12:30
Erbischof Marx hat sich in einen 'Gnadenlosen' verwandelt
 
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Kolumnist Alexander Kissler übt Kritik an den "gnadenlosen" Vorgängen rund um Bischof Mixa: "Unchristlich, wenn Christen, Bischöfe sich öffentlich in Gnadenlosigkeit überbieten – wie es unter Journalisten leider lange schon Brauch ist"

München (kath.net)
Der bekannte Kolumnist Alexander Kissler hat heute noch einmal scharfe Kritik an den Vorgängen rund um Bischof Mixa geübt und in einer Kolumne für die Internetzeitung "The European" kritisiert, dass der Fall auch ein Lehrstück vom Ruin einer urchristlichen Tugend ist: der Gnade. "Wir müssen miteinander gnädig umgehen. Wir müssen manchmal Gnade vor Recht ergehen lassen, müssen die Sünde hassen, den Sünder aber lieben. Wir müssen verzeihende Menschen werden, eben weil wir so fest und froh hoffen, dass am Ende der Tage auch uns verziehen werden wird. Heute ist bekanntlich vom Ende der Tage kaum die Rede, deuten Christen selbst den Anfang des Christentums als fromme Legende, ist zuweilen nicht das Verzeihen, sondern die Gnadenlosigkeit ein christliches Wesensmerkmal. Darauf deuten, neben anderem, die schrillen Volten im sogenannten “Fall Mixa”", erklärt Kissler.

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Für den Kolumnist wird sich das stachelige Knäuel rund um Mixa vermutlich nie ganz entwirren lassen. Er glaubt auch, dass man wohl nie erfahren werde, was er zu wem wann gesagt oder mit wem getan habe. Gewiss ist für Kissler aber nur: "Walter Mixa ist, theologisch gesehen, ein Sünder wie wir alle. Seinen Platz hat er neben all den anderen Sündern, die an Christus glauben, auf seine Gnade bauen und gerade so seine Kirche bilden. Die Nagelprobe auf die Christlichkeit der Kirche lautet nun nicht: Wer ist ein kleinerer Sünder als Walter Mixa und darf deshalb das Wort erheben? Die Nagelprobe kann nur lauten: Wie kann dem, der fällt, geholfen werden?"

Scharfe Kritik übt Kissler dann am "Gnadenlosen Marx" und meint: "In diesem Sinne ist es unchristlich, wenn Christen, Bischöfe zumal, sich öffentlich in Gnadenlosigkeit überbieten – wie es unter Journalisten leider lange schon Brauch ist. Weder sollte der stolpernde, halb fallende und halb gestoßene Mixa öffentlich nach tatsächlichen oder vermeintlichen Brudermördern fahnden, noch sollte ein Münchner Erzbischof zynisch verkünden lassen: Der Mensch, der Christ, der Bischof Mixa sei in einer psychiatrischen Klinik bestens aufgehoben; man wünsche ihm gute Besserung, das sei ein “erster wichtiger Schritt”. Wer so redet oder reden lässt, der gibt zu verstehen, dass er alle Hoffnung schon hat fahren lassen – die Hoffnung auf einen gnädigen Gott, auf ein gnädiges Ende des eigenen Lebens wie der ganzen Welt, die Hoffnung auch auf Christus als den Barmherzigen. Bischof Reinhard Marx wird künftig kaum beanspruchen können, dass man ihm ganz glaubt, wenn er von der begnadeten Maria oder der göttlichen Gnade predigt. Er hat sich vorerst selbst in einen Gnadenlosen verwandelt."

Gesamter Kommentar auf THE EUROPEAN

Lesetipp: Father Elijah

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