21 Juni 2010, 21:00
Das war das Signal für mich und andere Kollegen
 
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FAZ-Redakteur Deckers lässt die "Medien"-Katze aus dem Sack "Dann können sie diese Auseinandersetzung haben" - Landeskomitee der Katholiken übt Kritik an "Repräsentanten des Laienapostolats" und "Sprecher von Bistumsleitungen oder diese selbst"

Berlin (kath.net)
"Das war das Signal für mich und andere Kollegen, zu sagen, wenn man die Auseinandersetzung auf dieses Weise sucht, dann können sie diese Auseinandersetzung auch haben." Dies gab der FAZ-"Kirchen"-Redakteuer Daniel Deckers heute gegenüber der "Berliner Zeitung" unverblümt zu. Anlass für die "Enthüllungen" von Deckers & Co. war das Interview von Bischof Mixa in der Tageszeitung "Die Welt", in der dieser auch Kritik an einigen Bischofskollegen geübt hat. Deckers, der auch eine Biografie über Kardinal Karl Lehmann veröffentlicht hat, erklärte gegenüber der Zeitung auch, dass er gehofft habe, "dass dieses Fass zu bleibt". Der Berliner Zeitung berichtete Deckers, er habe schon im Mai in der FAZ auf die Vorwürfe sexueller Übergriffe hingewiesen. Über Mixas angebliche Alkoholprobleme habe er bereits zu dessen Ernennung 2005 geschrieben.

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Auch der "Kölner Stadtanzeiger" berichtet am Montag, dass es sich bei der Veröffentlichung der Akte Mixa um einen medialen Gegenangriff handle. "Beide Vorwürfe kursieren in Kirchenkreisen schon seit vielen Jahren", sagt Ulrich Ruh, Chefredakteur der Fachzeitschrift Herder Korrespondenz. Dass sie jetzt publik wurden, erklärt ein "Insider" so: „Ein Strauchelnder hat versucht, Kirchenrepräsentanten wie Zollitsch und Marx mitzureißen, das musste klargestellt werden.“

"Es ist klar, dass die Presse spekuliert, aber wir wollen zu diesen Spekulationen nicht auch noch beitragen", erklärt hingegen Vatikansprecher P. Lombardi zu den Spekulationen der "FAZ" und der "Süddeutschen". Auch der Apostolische Nuntius in Deutschland, Jean-Claude Périsset, hat am Montag gegenüber Kath.Net mitgeteilt, dass man solche Pressespekulationen nicht kommentieren werde. "Der Nuntius gibt weder Bestätigungen noch Dementi über Zeitungsnachrichten seines Handelns.", teilte Périsset auf Kath.Net-Anfrage mit.

Der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, Albert Schmid, hat in der Debatte um den Rücktritt des Augsburger Bischofs Walter Mixa zur Besonnenheit aufgerufen und gleichzeitig auch Kritik an Repräsentanten des Laienapostolats als auch Sprecher von Bistumsleitungen oder diese selbst geübt. Die Auseinandersetzung sei öffentlich eskaliert und drohe, die Betroffenen und die Kirche als Ganze nachhaltig zu beschädigen, mahnte Schmid am Montag in München in einer Erklärung «zu den gegenwärtigen Vorgängen im Bistum Augsburg». "Ich habe mich in den vergangenen Wochen in der Causa Augsburg beziehungsweise Bischof em. Walter Mixa in öffentlicher Zurückhaltung geübt. Die gegenwärtigen öffentlichen eskalierenden Auseinandersetzungen drohen allerdings die Betroffenen und die Kirche insgesamt nachhaltig zu beschädigen. Deshalb bitte ich eindringlich darum, dass alle Beteiligten innehalten, reflektieren und so zur Lösung der Probleme beitragen. Dies gilt sowohl für Repräsentanten des Laienapostolats als auch Sprecher von Bistumsleitungen oder diese selbst. Die Kirche ist dazu da, die Heilung exemplarisch vorzuleben und sich nicht zum Teil niveaulos zu streiten wie etwa bisweilen politische Parteien. Statt des öffentlich ausgetragenen Streits empfehle ich persönliche vertrauensbildende Gespräche."

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