04 Juni 2010, 13:29
Papst: Sicher kein politischer oder religiöser Mord
 
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Benedikt XVI. bekundet bei Flug nach Zypern Schmerz über Ermordung von Bischof Padovese: "Aber dieser Schatten hat nichts mit den Themen und der Realität der Reise zu tun"

Paphos (kath.net/KNA)
Papst Benedikt XVI. hat seinen tiefen Schmerz über die Ermordung von Bischof Luigi Padovese in der Türkei geäußert. Padovese habe viel zur Vorbereitung der Bischofssynode für den Nahen Osten beigetragen, zu deren Auftakt er jetzt nach Zypern reise, sagte Benedikt XVI. am Freitag auf dem Flug von Rom nach Paphos vor Journalisten. «Aber dieser Schatten hat nichts mit den Themen und der Realität der Reise zu tun», sagte Benedikt XVI. Es handele sich «sicher nicht um einen politischen oder einen religiösen Mord». Die genauen Ursachen müssten noch geklärt werden.

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Benedikt XVI. warnte davor, die tragische Situation mit dem Dialog mit dem Islam oder mit dem Verlauf, den Anliegen und den Sorgen der Reise zu vermischen. Die Tat sei traurig, dürfe aber nicht den Dialog und die Intentionen der Reise verdunkeln.

Das Kirchenoberhaupt sagte, seine Reise nach Zypern sei in mancher Hinsicht eine Fortsetzung früherer Besuche im Heiligen Land oder auf Malta. Er unternehme eine theologisch-pastorale Reise, eine Pilgerfahrt auf den Spuren des Apostels Paulus, aber keine politische oder touristische Aktion. Es gehe darum, den Glauben zu verkünden und für Frieden und Dialog einzutreten.

Er komme nicht mit einer politischen, sondern mit einer religiösen Botschaft, die die Seelen finden und zum Frieden öffnen wolle, erläuterte der Papst. Er stellte klar, dass der Vatikan keine politischen Empfehlungen gebe. Das gelte auch für den Nahostkonflikt, betonte er unter Hinweis auf die israelische Militäraktion gegen die Solidaritätsflotte für Gaza. Die Kirche leiste einen religiösen Beitrag und versuche, die Herzen der Menschen zu bewegen sowie geduldig auf eine Versöhnung hinzuwirken. Sie trete stets dafür ein, dass Gewalt keine Lösung der Probleme darstelle könne.

Von der bevorstehenden Nahostsynode, deren Arbeitspapier er in Nikosia veröffentlichen will, erwartet sich Benedikt XVI. einen intensiven Austausch unter den verschiedenen katholischen Riten und Gemeinschaften der Region über die bestehenden Fragen und Probleme. Sie sollten gemeinsam ihre Situation erörtern. Weiter solle die Synode das reiche Erbe des Christentums im Nahen Osten sichtbar machen. Schließlich gehe es um den Dialog mit den anderen Christen. Unter ihnen müsse ein gegenseitiges Verständnis für die gemeinsamen Verantwortungen wachsen.

In einer weiteren Dimension solle die Synode die Perspektive für eine fruchtbare Zusammenarbeit mit anderen Religionen, insbesondere mit dem Islam, öffnen, führte der Papst aus. Trotz aller Probleme sei die gemeinsame Vision eines Dialogs mit ihnen wichtig. Die Synode sei insofern ein «internes Treffen der katholischen Christen unterschiedlicher Riten im Nahen Osten, aber auch ein Treffen der Öffnung und der neuen Fähigkeit des Dialogs, des Mutes und der Hoffnung auf die Zukunft».

(C) 2010 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

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