05 Mai 2010, 18:26
Eine Instrumentalisierung, um die Kirche zu diskreditieren
 
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Bischof Gerhard Ludwig Müller: Vier Monate lang sei es den Medien gelungen, das Thema Missbrauch mit der Kirche zu verbinden, obwohl der bewiesene statistische Anteil von Übergriffen im kirchlichen Bereich unter 0,1 Prozent falle

Regenstauf (kath.net/pdr) Vier Monate lang sei es den Medien gelungen, das Thema Missbrauch mit der Kirche zu verbinden, obwohl der bewiesene statistische Anteil von Übergriffen im kirchlichen Bereich unter 0,1 Prozent falle, sagte der Regensburger Oberhirte in einer Predigt. In der Öffentlichkeit seien die Proportionen verschoben worden. Daran sehe man eine Instrumentalisierung, um die Kirche zu diskreditieren.

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Anlass der Predigt war ein Studientag für die rund 40 Kapläne in der Diözese Regensburg im Katholischen Bildungshaus Schloss Spindlhof. Bischof Gerhard Ludwig Müller besuchte die Geistlichen, suchte mit ihnen das Gespräch und feierte einen Gottesdienst in der Hauskapelle. Bei dem Studientag hatte der Dogmatikprofessor Bertram Stubenrauch aus München zum Thema „Neuer Atheismus – Hintergründe, Argumente, Schwachstellen“ referiert.

Wir alle stellten uns selbstverständlich die erschreckte Frage – so führt Bischof Müller in der Predigt weiter aus - wie es überhaupt möglich ist, dass Übergriffe durch einen geweihten Priester stattfinden und wie der gute Hirte zum Wolf werden konnte? Der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen sei mit dem priesterlichen Dienst unvereinbar, betonte der Bischof. Respekt und Würde der Kinder müssten zu jeder Zeit gewahrt werden.

Gleichzeitig solle sich aber jeder vor einer Kollektivverurteilung des gesamten Priesterstandes und somit der katholischen Kirche verwahren. Viele Priester, so Bischof Gerhard Ludwig Müller, seien verunsichert. Wie solle man sich verhalten? Der Geistliche müsse den Menschen wohlwollend nahe sein. Er brauche den Gestus des Berührens, denn Seelsorge fände nicht nur in Worten Ausdruck. Auch Jesus habe die Nähe zu den Menschen gesucht, um zu trösten oder zu segnen. Dabei dürften selbstverständlich Grenzen nicht überschritten werden. Es gelte, eine innere Balance zu finden zwischen Nähe und Abstand, ohne dabei eine künstliche Distanz aufzubauen.

„Die Kirche befindet sich nicht in einem chaotischen Zustand, in dem drohe, dass sich alles auflöst. Denn Christus ist das feste Fundament der Kirche. Dieses Fundament kann niemand demontieren. Das Schifflein Petri, das die Kirche darstellt, hält jedem Sturm stand und kommt wieder in bessere Gewässer.

Wir alle müssen Mut fassen, uns nicht einschüchtern und innerlich verunsichern lassen. Was auch kommt, seid versichert: Der Bischof steht zu Euch und allen Mitarbeitern der Kirche!“, so ermutigte Bischof Gerhard Ludwig Müller zum Ende seiner Predigt die Kapläne.

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Foto: (c) Diözese Regensburg

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