23 April 2010, 15:48
Staatsanwaltschaft lehnt Strafverfahren gegen 'Titanic' ab
 
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Sprecherin: "Der öffentliche Frieden wird durch die Zeichnung nicht gestört, da dieser durch den Missbrauchsskandal bereits gestört worden ist"

Frankfurt (kath.net/KNA) Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat die Einleitung eines Strafverfahrens gegen das Satire-Magazin «Titanic» abgelehnt. Die juristischen Vorwürfe der «Volksverhetzung» und der «Beschimpfung von Bekenntnissen» seien unter dem Gesichtspunkt der Meinungsfreiheit nicht haltbar, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag in Frankfurt der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mitteilte.

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Die Zeichnung auf dem April-Titelblatt greift den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche auf und zeigt von hinten einen Priester, dessen Gesicht sich dem Genitalbereich des gekreuzigten Jesus zuwendet. Insgesamt waren daraufhin bei der Staatsanwaltschaft 18 Strafanzeigen eingegangen.

Zur Begründung erklärte die Staatsanwaltschaft, Satire lebe von Verzerrung und Übertreibung. «Volksverhetzung» sei deshalb nicht gegeben, da in der Karikatur nicht eine Gruppe, sondern eine Institution kritisiert werde. Die Darstellung mache das Versagen der Kirche deutlich, welche auch durch angeführte Zitate von Geistlichen belegt werde. «Der öffentliche Frieden wird durch die Zeichnung nicht gestört, da dieser durch den Missbrauchsskandal bereits gestört worden ist», sagte eine Sprecherin.

Beim Deutschen Presserat gingen bislang 175 Beschwerden gegen das Titelblatt ein. Der Beschwerdeausschuss berät am 27. Mai über eventuelle Maßnahmen, teilte die zuständige Sprecherin am Freitag in Berlin auf Anfrage mit. Die Beschwerdeführer sähen sich durch die Darstellung in ihren religiösen Gefühlen gekränkt. Das Bild beleidige und diskriminiere die katholische Kirche.

Ihre Meinung zu dieser Entscheidung? www.sta-frankfurt.justiz.hessen.de

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