07 April 2010, 09:18
Jüdischer Autor: 'Moralisches Format des Papstes entgeht mir nicht'
 
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"Es ist nicht nötig, katholisch zu sein, um klar sehen zu können, wo dieses Medien-Kesseltreiben gegen Papst und Kirche hinführt", nämlich "die Katholiken aus dem öffentlichen Raum zu verbannen", schreibt der spanische Schriftsteller Jon Juaristi.

Madrid (kath.net) Der spanische jüdische Dichter, Romanautor, Kolumnist und Essayist Jon Juaristi veröffentlichte am Ostersonntag einen Artikel in der spanischen Tageszeitung ABC, in welchem er darauf hinweist, dass "es nicht notwendig ist, Katholik zu sein", um zu sehen, worauf die Medienkampagne gegen Papst Benedikt XVI und die Kirche abzielt, die „nur verkaufen und die Katholiken aus dem öffentlichen Raum verdrängen“ wolle. Das meldet die lateinamerikansiche Agentur ACI Prensa.

In seinem Artikel unter dem Titel "Justicieros" (Selbsternannte Vertreter der Gerechtigkeit) weist Juaristi darauf hin, dass "auf die Gefahr hin, eine Nervensäge zu werden, ich zum Thema meiner vorherigen Kolumnen zurückkehre, weil die Meute weiter aufheult und viele Journalisten und freie Blogger jetzt nach dem Rücktritt des Papstes trachten. Das mit dem hypothetischen Rücktritt des Papstes hat für diese Sorte von Personen mehr morbide Anziehungskraft als, das sei nebenbei bemerkt, die von Priestern verübten Akte der Pädophilie oder Ephebophilie selbst, die sich zusehends als reiner Vorwand herausstellen, um Benedikt XVI einzukreisen."

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"Und dabei ist es nur der Papst und die Kirche, die das Thema ernst genommen haben. Die Yellow Press will nur verkaufen, indem sie den Skandal ausschlachtet, die progressive Journaille ihrerseits will die Katholiken aus dem öffentlichen Raum verbannen, oder zumindest, falls die Kampagne nicht soviel hergäbe, wenigstens den Ruf des Klerus am Boden zerstört lassen", fährt er fort.

Juaristi erinnert daran, dass, "falls ich es noch nicht oft genug gesagt habe, ich kein Katholik bin, aber nicht einmal mir das gewaltige moralische Format des derzeitigen Papstes entgeht, im Vergleich zu seinen derzeitigen und sprießenden Widersachern, einer wahrhaft hetzenden Meute".

"Es ist nicht nötig, katholisch zu sein, um klar sehen zu können, wo dieses Medien-Kesseltreiben gegen die Kirche hinführt, und, wenngleich ich zugeben muss, dass es hierbei hilfreich ist, Jude zu sein, um es zu erahnen, so glaube ich, dass es genügt, zu verstehen, dass der 'Justicierismo' (Gerechtigkeitsideologie, Selbstjustiz) immer eine Verfälschung des rechten Gerechtigkeitssinnes beinhaltet. Dieser ist verdunkelt, seit Bendedikt XVI seinen Brief an die irischen Katholiken veröffentlicht hat".

Seit jenem Augenblick, klagt Juaristi an, "sind das Ziel der Angriffe nicht mehr die Päderasten-Priester und die vertuschenden Bischöfe, sondern der Papst, gegen den sich der Selbstjustiz übende Progressismus mobilisiert hat, der den besagten Brief als ein Zeichen der Schwäche aufgefasst hat, wo er doch, bei Lichte betrachtet, eine Demonstration moralischer Stärke gewesen ist, welche die erwiesene Unfähigkeit des Progressismus offenbar werden lässt, eine Selbstkritik seiner eigenen Ungerechtigkeiten durchzuführen".

"Da in diesem Fall das Prinzip nicht zu funktionieren scheint, wonach, sobald der Hirte verwundet ist, sich die Schafe zerstreuen, ist es vorhersehbar, dass die Kampagne über einige Zeit an Heftigkeit zunehmen und sich die Bühne - was bereits geschieht - mit spontan sich Meldenden füllen wird, die uns erzählen, was sie mit ihrem jeweiligen pädophilen Priestern erlitten haben", fährt er fort.

Abschließend weist der Kolumnist darauf hin, dass diese Vorgehensweise "das obligatorische Korrelat des 'justicierismo' ist: die Sozialisierung des Opfer-Status, die Kultur des Jammerns. Daran haben sie uns aber schon gewöhnt. Welcher Progressist hat nicht einen Großvater, der von Franco erschossen worden und in einer unbekannten Schlucht oder einem staubigen Straßengraben verscharrt worden ist? Das Schlimmme ist, dass, wie es immer passiert, die falsche Münze die wahre vom Markt verdrängt und der richtende Jammerer am Schluss den Schmerz der wahren Opfer überdeckt".

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