06 April 2010, 10:23
Mangel an Fairness in der Redaktion der 'New York Times'
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Medien'
Präfekt der Glaubenskongregation übt scharfe Kritik an der "New York Times" im Zusammenhang mit der Papstberichterstattung: Mangel an Fairness, die das Kennzeichen jeder seriösen Zeitung sein sollte

Vatikanstadt (kath.net/KNA)
Der Präfekt der römischen Glaubenskongregation hat die Zeitung «New York Times» wegen ihrer Kritik an Papst Benedikt XVI. angegriffen. Kardinal William Levada sprach von einem «Mangel an Fairness, die das Kennzeichen jeder seriösen Zeitung sein sollte». Konkret warf er der «New York Times» laut einem Bericht der Vatikanzeitung «Osservatore Romano» (Freitag) vor, in einer Artikelserie zum Missbrauchsskandal um den US-Priester Lawrence Murphy beständig den «wichtigen Beitrag» des damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, zur Aufklärung dieser Fälle ignoriert zu haben.

Werbung
christenverfolgung


Ratzinger habe als Kardinal die Verfahren eingeführt, die der Kirche ein besseres Handeln bei Missbrauchsfällen ermöglichten, so Levada. Dafür gebe es eine «große Dankschuld». Der amtierende Präfekt der Behörde verwies vor allem auf Ratzingers Vorbereitung und Umsetzung des Papst-Erlasses «Sacramentorum sanctitatis tutela» hin, der 2001 für Missbrauchsdelikte eine zentrale Meldepflicht bei der Glaubenskongregation einführte und die Verjährungsfrist erhöhte. Diese Vorschriften sollten einer Vertuschungsgefahr in den Ortskirchen entgegenwirken.

Ebenfalls wies der damalige kirchliche Strafverfolger im Fall Murphy, Thomas Brundage, Anschuldigungen gegen den heutigen Papst zurück. Ratzinger in die Frage um die Einstellung des Verfahrens gegen Murphy hineinzuziehen, hieße, einen «gewaltigen logischen Salto» vollziehen. Was das Vorgehen gegen sexuellen Missbrauch angehe, sei Benedikt XVI. der «reaktivste und proaktivste kirchliche Amtsträger der Geschichte», zitierte die Vatikanzeitung Brundage.

Unterdessen räumte der Erzbischof von Milwaukee, Jerome E. Listecki, bei der Aufklärung des Falls Murphy Fehler ein. Diese seien «aber nicht in Rom» gemacht worden. Von den 1970er bis in die 90er Jahre habe es in Milwaukee Versäumnisse «seitens der Kirche, ziviler Behörden, kirchlicher Amtsträger und Bischöfe» gegeben. «Dafür bitte ich euch im Namen der Kirche und des Erzbistums um Vergebung», sagte Listecki in einem Gottesdienst am Gründonnerstag (Ortszeit). Zugleich nahm er jedoch den Papst in Schutz. Benedikt XVI. zeige ein schnelles und entschlossenes Vorgehen im Kampf gegen sexuellen Missbrauch, so der Erzbischof.

Der Priester Lawrence Murphy war laut «New York Times» von 1950 bis 1974 an einer Schule für gehörlose Kinder im US-Bundesstaat Wisconsin tätig. In dieser Zeit soll er bis zu 200 Jungen sexuell missbraucht haben. Murphy starb 1998.





(C) 2010 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!











Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Vatikan bestätigt Wucherpfennig als Frankfurter Hochschulrektor (53)

Kardinal Burke warnt vor Anpassung an ‚Kultur des Todes’ (50)

Opfer sagt, er musste sich vor Bischof Janssen nackt ausziehen (43)

Die Mächte der Finsternis (41)

USA: Vatikan untersagt Beschluss von Anti-Missbrauchsmaßnahmen (41)

Du sollst nicht falsch aussagen gegen deinen Nächsten (39)

'Auf ihrer rechten Hand oder ihrer Stirn ein Kennzeichen anzubringen' (31)

NEU! - kath.net-WhatsApp-Newsletter - NEWS und MISSION (26)

McCarrick-Skandal: US-Bischöfe wagen keine Forderung an Vatikan (19)

Grüner Ministerpräsident: 'Männerhorden raus' (18)

„Bischöfe scheinen wie gelähmt, das Oberhaupt packt nicht wirklich an“ (17)

Franziskus ist "kein undogmatischer oder evangelischer Papst" (13)

'Ich liebe Papst Franziskus, aber er hat mein Herz gebrochen' (12)

Viganò: „Seid mutige Hirten und keine ängstlichen Schafe!“ (12)

Vatikankongregation: Kloster Reutberg wird weitergeführt! (11)