08 März 2010, 10:17
Wenn die Missbrauchsdebatte ins Absurde abgleitet
 
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Die Frankfurter Rundschau möchte, dass Papst zu "Odenwald" Stellung bezieht und "Wir sind Kirche" verlangt von Benedikt XVI. eine Stellungnahme zu den Missbrauchsfällen, weil dieser von 1977 bis 1982 Münchner Erzbischof war

Frankfurt (kath.net)
Die Debatte um kirchliche Missbrauchsfälle wird offensichtlich immer absurder und manche Medien leisten hier einen gewichtigen Beitrag. So titelte jetzt die bekannte Frankfurter Rundschau in einem aktuellen Beitrag "Was wusste Ratzinger? Papst soll zu Odenwald Stellung beziehen" Ein kleines Detail am Rande hat muss die Zeitung allerdings übersehen haben: Die Odenwald-Schule entstammt der "reformpädagogischen Bewegung" am Beginn des 20. Jahrhunderts und hat mit der Kirche nichts zu tun. Das Konzept an der Schule gilt als antiautoritär. So ist das Duzen der Lehrer kein Problem und im Sportunterricht turnten früher Burschen und Mächen bis zu einer gewissen Altersgrenze gemeinsam und immer nackt.

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Im Bericht selbst lässt die Rundschau Christian Weisner von der Gruppe "Wir sind Kirche" zu Wort kommen, der folgendes behaupten darf: "Denn Joseph Ratzingers Amtszeit als Münchner Erzbischof von 1977 bis 1982 gehört genau zu den Jahren, um die es bei den Missbrauchsfällen geht". Welche angeblichen Missbrauchsfälle Weisner hier meint, wird allerdings nicht erklärt. Die medial zuerst bekannten Missbrauchsfälle der Jesuiten betreffen laut Jesuiten generell Vorfälle in den 70-er und 80-er Jahren in Jesuitenschulen und in von Jesuiten verantworteter Jugendarbeit, die sich im übrigen nicht einmal im Bereich des Erzbistums München befinden. Auch die anderen medial bekannten Fälle sind bis jetzt in keinem einzigen Fall im direkten Verantwortungsbereich von Kardinal Joseph Ratzinger gewesen.

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