24 Februar 2010, 08:21
Atheisten-Verband: Strafrecht soll Beichtgeheimnis missachten
 
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Der Humanistische Verband Deutschlands hat aus Anlass der Missbrauchsfälle eine Abkehr vom Beichtgeheimnis gefordert. Die Bundesjustizministerin solle für eine entsprechende Änderung des Strafgesetzbuchs sorgen.

Berlin (kath.net/KNA) Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) hat in der Debatte um Missbrauchsfälle in kirchlichen Einrichtungen eine Abkehr vom Beichtgeheimnis gefordert. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) solle für eine entsprechende Änderung des Strafgesetzbuchs (StGB) sorgen, erklärte der Verband am Dienstag in Berlin. Dem Schutz des Kindeswohls müsse höherer Stellenwert zukommen als dem Beichtgeheimnis der katholischen Kirche. Der 1993 in Berlin gegründete HVD bezeichnet sich als «Vereinigung von religionsfreien Personen und Interessenverbänden sowie eine Weltanschauungsgemeinschaft im Sinne des Grundgesetzes».

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Derzeit berücksichtigt das StGB ausdrücklich die pflichtgemäße Verschwiegenheit von Geistlichen gemäß des Seelsorge- und Beichtgeheimnisses. Entsprechend sieht die Zivilprozessordnung das Zeugnisverweigerungsrecht für Geistliche vor.

Die Bundesregierung, so der HVD, solle dafür sorgen, dem konkreten Kindes- und Jugendschutz den Vorrang vor «abstrakten Kirchenrechtsprinzipien» einzuräumen. Es müsse zu einer rechtlich verbindlichen Regelung kommen, die in Fällen von bestätigtem oder verdächtigtem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Schutzbefohlene strafrechtliche Ermittlungen «an die Stelle harmloser Sanktionsmechanismen der Kirchen setzt». Zugleich sollten die Kirchen in Verdachtsfällen der Kindeswohlgefährdung «ihre Verantwortung gegenüber den Opfern wahrnehmen und zugunsten des Schutzes der Kinder und Jugendlichen ihr selbst erteiltes Schweigerecht einschränken».

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