01 Februar 2010, 08:14
Ich bitte Sie, tun Sie es nicht!
 
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Die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller möchte eine Abtreibungs-Einrichtung auszeichnen – Weihbischof Laun veröffentlicht via kath.net einen offenen Brief an Frau Burgstaller

Salzburg (kath.net)
Kath.Net dokumentiert exklusiv einen offener Brief vom Salzburger Weihbischof Andreas Laun an die Salzburger Landeshauptfrau Burgstaller:

Sehr geehrte Frau Burgstaller, vor Jahren sind Sie als Hoffnungsträgerin der Politik Landeshauptfrau geworden und wollten, so schien es, Landeshauptfrau für alle Salzburger, gleich welchen Geschlechtes oder Alters sein, auch für die Ausländer! Jetzt aber wollen Sie eine Abtreibungs-Einrichtung auszeichnen!

Ich bitte Sie, tun Sie es nicht, und ich frage Sie: Warum wollen Sie das tun? Getrieben von den Radikalen in Ihrer Partei? Warum stoßen Sie die Christen vor den Kopf, obwohl doch auch sie Ihre Wähler waren, obwohl sie die Mehrheit der Salzburger Bevölkerung ausmachen und obwohl Sie wissen: Die Abtreibung ist wohl der empfindlichste Punkt in der doch traditionell guten Beziehung zwischen Kirche und Staat in Österreich? Für uns Christen, das wissen Sie sicher, gilt der Satz: „Was ihr einem dieser Ungeborenen und Kleinen antut, tut ihr mir, Jesus Christus, an!“

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Frau Burgstaller, Sie sind eine Frau und die Anliegen der Frauen liegen Ihnen besonders am Herzen! Sehen Sie nicht, dass Sie mit Ihrer Belobung der Abtreiber die Frauen noch mehr dem Druck der Männer ausliefern, die sie, die Frauen, in sehr vielen Fällen zur ‚Abtreibung geradezu zwingen? Warum denken Sie nicht an die vielen Frauen, die ihr Leben lang unter den Gewissensbissen wegen Abtreibung leiden und die die Erinnerung an ihr getötetes Kind nicht schlafen lässt? Dazu kommt noch: Die Opfer der Abtreibung sind zur Hälfte kleine Mädchen! Es macht zwar keinen moralischen Unterschied, wen man tötet, aber gerade als Frau sollten Sie darüber nachdenken: die Opfer sind auch kleine Mädchen, die Frauen und Mütter von morgen gewesen wären! Wie lässt sich das mit „Gerechtigkeit für Frauen“ vereinbaren?

Sie, Frau Landeshauptfrau, und ich sind sicher gemeinsam der Überzeugung: Politiker dürfen nicht nur auf die nächsten Wahlen schauen, sie sollten langfristig denken und dabei das Wohl des Landes auch in der Zukunft im Auge haben! Darum frage ich Sie: Haben Sie vergessen, wie dringend Österreich und ganz Europa Kinder brauchen, vergleichbar dem Wasser, das den Menschen in der Sahelzone fehlt Wir haben Wasser, aber wir brauchen Kinder für unser Überleben - und da loben Sie, Frau Burgstaller, die Täter, die sie umbringen?

Wir alle und gerade auch Sie, Frau Landeshauptfrau, sind besorgt um die Arbeitsplätze der Menschen in Salzburg! Warum denken Sie nicht daran, dass durch Kinder Arbeitsplätze entstehen: für Ärzte, Hebammen, Kindergärtnerinnen, Lehrer, Verkäufer und Mitarbeiter im Tourismus? Und zudem: Mit jedem Kind, das nicht zur Welt kommt, fehlen dem Land Ideenträger, Menschen, die Verantwortung übernehmen, Zeugen der Menschlichkeit, vielleicht sogar ein neuer Mozart, eine Irene Harand, ein Franz Jägerstätter!

Warum, Frau Landeshauptfrau, liegt Ihnen nicht die bewährte Partnerschaft von Kirche und Land am Herzen, warum missachten Sie Ihre christlichen Wähler? Sogar wenn Sie meinen sollten, sich diese Mißachtung politisch leisten zu können: Sind Sie nicht die Landeshauptfrau aller Menschen in Salzburg?

Warum, das ist meine letzte und vielleicht wichtigste Frage, liegt Ihnen scheinbar nichts mehr an Ihrer katholischen Vergangenheit? Ich bitte Sie: Sehr geehrte Frau Landeshauptfrau, ehren Sie diejenigen nicht, die sich vor Gott und an Österreich schuldig machen durch Abtreibung und die darum Täter oder auch Täterinnen sind! Erhalten Sie die guten Beziehungen mit allen Menschen im Land, auch mit den Christen! Stoßen Sie uns Christen nicht wieder vor den Kopf, damit wir, Sie und ich oder ein anderer Vertreter der Kirche, uns auch bei einer nächsten Weihnachtsmarkt-Eröffnung oder Tierschutz-Demonstration – oder was immer - einander in die Augen schauen können! Haben Sie, Frau Burgstaller, vergessen, dass Erzbischof Kothgasser vor Jahren eine Ehrung aus Ihren Händen wegen der Abtreibungsfrage ablehnen musste?

Die Abtreibung ist, sagte Kardinal König, eine „offene Wunde“! Bitte, streuen Sie nicht wieder Salz in diese Wunde! Müsste es nicht das Bemühen jedes Trägers politischer Verantwortung sein, diese Wunde endlich abheilen zu lassen? Ich bitte Sie, sehr geehrte, liebe Frau Landeshauptfrau, aus ganzem Herzen! Wir würden Sie alle bewundern, wenn Sie die Größe zeigten umzudenken und entsprechend zu handeln! Ich traue es Ihnen zu: Wenn nicht Sie, wer dann könnte damit anfangen, „die Wunde zu heilen“! Bestimmte Radikale wären natürlich gegen Sie und würden Sie beschimpfen, wie sie mich beschimpfen! Aber die Vernünftigen aller Parteien wären auf Ihrer Seite! Und: Auf solcher Umkehr ruht der Segen Gottes!

Kontakt Gabriele Burgstaller










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