25 Januar 2010, 17:15
Neue Attacke des Publizisten Posener gegen den Papst
 
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Wörtlich bezeichnet der Autor das Kirchenoberhaupt in der Februarausgabe der Berliner Monatszeitschrift «Cicero» als «Deutschen von vorgestern».

Berlin (kath.net/KNA)
Der Publizist Alan Posener hat neue massive Vorwürfe gegen Papst Benedikt XVI. erhoben. Wörtlich bezeichnet der Autor das Kirchenoberhaupt in der Februarausgabe der Berliner Monatszeitschrift «Cicero» als «Deutschen von vorgestern».

Wie viele Deutsche seiner Generation habe Kardinal Joseph Ratzinger «es nie wirklich vermocht» und «wohl auch nicht versucht, den Nationalsozialismus aus dem Blickwinkel der Opfer zu sehen». Als Beleg dafür wertet Posener auch das Festhalten an der Seligsprechung des «unseligen» Papstes Pius XII., obwohl doch dessen Antijudaismus, Sympathie für autoritäre und faschistische Systeme und Feigheit gegenüber Nazideutschland «gut dokumentiert» seien.

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Weiter schreibt Posener, seit seinem Amtsantritt habe Benedikt XVI. in mehreren Reden die Machtübernahme durch die NSDAP «als eine Art Überfall» dargestellt, bei dem - so zitiert Posener den Papst - «eine Schar von Verbrechern mit lügnerischen Versprechungen» über Deutschland gekommen sei. Poseners Attacke gipfelt in dem Vorwurf, der Papst sei mit seinem «autoritären Denken ebenso wie in seiner Unfähigkeit, deutsche Schuld und Verantwortung zu übernehmen», typisch für eine deutsche Geisteshaltung, mit der erst die Rebellion von 1968 aufgeräumt habe.

Posener geht auch auf den Umgang des Papstes mit der Geschichte seiner Familie in der NS-Zeit ein. Der heutige Papst stricke in seiner 1998 erschienenen Autobiographie eine «Legende», wenn es um das Verhältnis der Familie zum Nationalsozialismus gehe. So wirft Posener Ratzinger vor, die Mitgliedschaft seiner Mutter in der NS-Frauenschaft zu verschweigen. Und er erwähne auch nicht einen Großonkel Georg Ratzinger, der, selber Priester und Publizist, Juden als «Läusekrankheit unserer Zeit» bezeichnet habe.

Außerdem behaupte der damalige Kurienkardinal, sein Vater, der Landgendarm war, sei wegen seiner Gegnerschaft zu örtlichen Nazis versetzt worden. Für einen solchen Vorgang finde sich aber in der Personalakte des Vaters keine Spur. Dazu passe, dass Ratzinger «überhaupt das idyllische Bild eines wegen seiner katholischen Frömmigkeit gegen den Nazi-Ungeist immunen Völkchens» zeichne. Der Autor verweist zudem auf mehrere Äußerungen des damaligen Präfekten der Glaubenskongregation aus dem Jahr 2004, rund um die Feiern zum 60. Jahrestag der alliierten Landung in der Normandie. Die damals betonte «Autorität des Staates» unabhängig von dessen Verfassung, dem die Bürger nach kirchlicher Lehre Rechtsgehorsam geschuldet hätten, bedeute eine «nachträgliche Legitimierung des millionenfachen Mitmachens».

Posener, der Korrespondent der «Welt» ist, veröffentlichte im vergangenen Herbst das Buch «Benedikts Kreuzzug». Zudem trat er wiederholt als kirchen- oder papstkritischer Gesprächspartner in Fernsehsendungen auf.

Cicero.de

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