
Brasilia (kath.net/KNA/red) Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva hat angekündigt, die umstrittene Passage zur Straffreiheit von Abtreibungen aus dem Ende Dezember verabschiedeten „Nationalen Menschenrechtsplan“ zu streichen. Damit reagierte der Präsident auf die heftige Kritik von Teilen der katholischen Kirche, wie Zeitungen am Dienstag berichteten.
Die entsprechende Passage des Menschrechtsplanes soll nun gestrichen und der geltenden Gesetzeslage angepasst werden. Abtreibungen sind demnach auch künftig für den Fall straffrei, dass ein Gesundheitsrisiko für die Mutter besteht.
In den letzten Wochen hatte sich innerhalb der katholischen Kirche Widerstand gegen das Vorhaben der Regierung formiert, Abtreibungen generell straffrei zu stellen. Die brasilianischen Bischöfe hielten jedoch von einem formellen Protest Abstand, um den Menschenrechtsplan in seiner Gesamtheit nicht zu diskreditieren. Die Kirche stimmt dem wichtigsten Punkt des Papiers bei. Darin geht es um die Einrichtung einer Wahrheitskommission zur Aufarbeitung der während der Militärdiktatur von 1964 bis 1985 verübten Verbrechen.
In einem anderen umstrittenen Bereich zeigte Lula kein Einsehen. Das in dem „Menschenrechtsplan“ vorgesehene Verbot religiöser Symbole in öffentlichen Gebäuden soll beibehalten werden. Ob die Regierung dagegen bei der geplanten Einführung der so genannten Homo-Ehe sowie dem Adoptionsrecht für homosexuelle Paare zu Zugeständnissen bereit ist, bleibt einstweilen offen. Auch hierzu hatte es Kritik seitens der Kirche gegeben.
“Wir sehen diese Initiativen als ein willkürliches und undemokratisches Verhalten von Lulas Regierung", sagte Bischof José Simao von Assis, Vorsitzender des Lebensschutzkomitees der brasilianischen Bischofskonferenz, laut CWNews. “Die Kirche ist dagegen. Alle Bischöfe sind dagegen."
Von den 189 Millionen Brasilianern sind 85 Prozent Katholiken.
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