10 Januar 2010, 18:01
Päpstlicher Zeremoniär fordert 'Reform der Reform'
 
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Chefliturge Guido Marini: Jeder Aspekt der Liturgie sollte so gestaltet sein, dass die Anbetung des Erlösungsgeheimnisses in Jesus Christus gefördert wird.

Vatikan (kath.net/CWNews) Eine liturgische „Reform der Reform“ ist dringend notwendig. Das sagte der päpstliche Zeremonienmeister Guido Marini in einer Ansprache auf einer Konferenz am 6. Jänner, die von der Australischen Bruderschaft katholischer Kleriker organisiert war. Diese Reform sollte „im Verstehen des authentischen Geistes der Liturgie einen weiteren Schritt vorwärts tun“.

Eine Erneuerung der Liturgie müsse „die ununterbrochene Tradition der Kirche“ wiederspiegeln und die Vorschläge des Zweiten Vatikanums in diese Tradition inkorporieren. Die konziliaren Reformen müssen in Kontinuität mit den Traditionen der vergangenen Jahrhunderte verstanden werden. „Die einzige Haltung, die uns erlaubt, den authentischen Geist der Liturgie zu gewinnen, ist die, sowohl die gegenwärtige als auch die vergangene Liturgie der Kirche als ein einziges Erbe in kontinuierlicher Entwicklung zu betrachten.“

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Die Notwendigkeit einer Erneuerung ist offensichtlich, gerade durch die weit verbreiteten liturgischen Missbräuche der liturgischen Normen, wie Marini beklagte. „Es ist nicht schwer zu erkennen, wie weit manche Verhaltensweisen vom authentischen Geist der Liturgie entfernt sind. Dafür sind weitgehend wir Priester verantwortlich.“

Die Form der Liturgie ist von der Gesamtkirche aufgestellt worden und soll nicht willkürlich von einzelnen zelebrierenden Priestern verändert werden, betonte Marini und zitierte dabei Werke von Kardinal Joseph Ratzinger. Die Liturgie „haben wir nicht erhalten, um sie unserer persönlichen Interpretation zu unterwerfen, sondern dazu, um sie gänzlich allen zur Verfügung zu stellen, gestern genau wie heute und auch morgen.“ In diesem Sinn bezeichnete er das Verhalten der Priester, die liturgische Regeln nicht achten, als „despotisch“.

„Welch lässige Torheit ist es doch, für uns selbst das Recht in Anspruch zu nehmen, auf subjektive Art die heiligen Zeichen zu verändern, welche die Zeit ausgesiebt hat, durch welche die Kirche über sich selbst, ihre Identität und ihren Glauben spricht!“

Als konkrete Reformpunkte nannte der päpstliche Chefliturge die Zelebrationsrichtung „ad orientem“ – „eine Tradition, die bis auf die Ursprünge der Christenheit zurückreicht“. Wenn Priester und Gemeinde gemeinsam nach Osten schauen, ist das „ein charakteristischer Ausdruck des authentischen Geistes der Liturgie“.

Der gebräuchliche Ausdruck der „Zelebration zum Volk hin“ ist akzeptabel, wenn er lediglich die Tatsache beschreibt, dass der Priester aufgrund der Stellung des Altars häufig de facto dem Volk zugewendet ist. Kategorisch inakzeptabel wäre dieser Ausdruck allerdings, sobald er eine theologische Absicht ausdrücken wolle: „Theologisch gesprochen ist die Heilige Messe in der Tat immer an Gott gerichtet durch Christus, unseren Herrn, und es wäre ein schwer wiegender Irrtum zu denken, dass die hauptsächliche Orientierungsrichtung der Opferhandlung die Gemeinde ist.“

Jeder Aspekt der Liturgie sollte so gestaltet sein, dass die Anbetung gefördert wird. Der Papst habe begonnen, den Gläubigen die Mundkommunion zu reichen, während sie knien. Er tut dies, um die „angemessene Haltung der Anbetung vor der Größe des Geheimnisses der eucharistischen Gegenwart unseres Herrn sichtbar zu machen“.

Marini begrüßte voll und ganz die „tätige Teilnahme“ aller an der Liturgie. Diese Teilnahme der Laien wäre aber nicht „wahrhaft tätig, wenn sie nicht zur Anbetung des Erlösungsgeheimnisses in Jesus Christus führen würde, der zu unserem Heil gestorben und auferstanden ist“.

Die Ansprache im Wortlaut (Englisch)









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