29 Dezember 2009, 12:23
Bischof Müller kritisiert 'blanken theologischen Unverstand'
 
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Der Regensburger Bischof kontert dem Zentralrat der Juden, der dem Papst sein "tiefes Misstrauen" bekundete.

Regensburg (www.kath.net) Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller weist kritische Worte des Generalsekretärs des Zentralrats der Juden in Deutschland am Papst zurück. Bei den Bemerkungen von Stephan Kramer handle es sich um „Hassausbrüche jenseits aller Vernunft“, sagte er laut Bericht der Zeitung "Die Welt".

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Kramer hatte gemeint, vor allem die Entscheidung zur Piusbruderschaft habe 2009 das Verhältnis der jüdischen Religionsgemeinschaft zum Vatikan „sehr belastet“; daran habe sich bis heute nichts geändert. Die „Erklärungs- und Beschwichtigungsversuche“ des Vatikans und des Papstes selbst seien „inhaltlich wenig überzeugend“ gewesen. Laut Aussagen von Kramer sei die Zuerkennung des heroischen Tugendgrades an Pius XII. aus jüdischer Sicht „ebenso besorgniserregend wie ärgerlich“.

Bischof Müller konterte, dass das Verhältnis zwischen Kirche und dem Judentum auf einem „guten und unumkehrbaren Weg in eine Zukunft freundschaftlicher Beziehungen und der Zusammenarbeit“ sei. Leider gebe es aber „unqualifizierte Äußerungen, ja Hassausbrüche jenseits aller Vernunft und der natürlichen Sympathie, die zwischen Menschen guten Willens und gemeinsamen Grundüberzeugungen nicht akzeptiert werden“ könnten.

Die Devise der Kirche bleibe trotz „sprachlicher Entgleisungen dieser Art“: „Sich geistig austauschen, in ethischen Fragen gemeinsam Position beziehen und sich mit Respekt begegnen.“ Müller versicherte, dass allen Befürchtungen zum Trotz der Weg der Piusbrüder zurück in die Kirche nur über das Zweite Vatikanische Konzil führe: „Der Verdacht, der Papst wolle die Kirche hinter das Konzil zurückführen, entspringt blankem theologischen Unverstand und bedarf keiner weiteren Kommentierung.“

Den „illegal geweihten“ Bischof Williamson, der mit seinen „unglaublich zynischen Bemerkungen zum millionenfachen Leiden und Sterben der grausam ermordeten europäischen Juden durch die Nazi-Diktatur“ die ganze Krise ausgelöst habe, könne er sich unter keinen Umständen als aktiven Bischof in der Kirche vorstellen. Müller betonte: „In Deutschland würden ihm alle meine bischöflichen Mitbrüder die Gemeinschaft verweigern.“

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