07 Dezember 2009, 11:05
Horoskop in der Tageszeitung ist Einstiegsdroge in die Esoterik
 
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Einer der bekanntesten Astrologen ist Christ geworden - Jetzt warnt er die Menschen: Frag die Sterne lieber nicht! - Von Klaus Rösler

MÜnchen (kath.net/idea)
Bis vor zwei Jahren war Uwe M. Kraus (Bad Aibling) der wohl bekannteste Wirtschaftsastrologe im deutschsprachigen Europa. Er hat das Buch „Das Gewinnsystem der Sterne“ geschrieben und Selbstfindungsseminare auf der griechischen Insel Patmos angeboten. Damals war er davon überzeugt: „Für mich ist Astrologie eine der besten Möglichkeiten zu erkennen, wo ein Mensch gerade im Leben steht, welche Fähigkeiten er hat und wohin er sich entwickeln kann.“

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Inzwischen hat der 53-Jährige eine völlige Kehrtwendung gemacht. Sein neuestes Buch heißt: „Frag die Sterne lieber nicht“. Denn Kraus ist inzwischen Christ geworden. Jetzt warnt er sogar vor den Horoskopen in der Tageszeitung.

Sie zu lesen sei eine Einstiegsdroge. Man könne dann schnell in der Esoterik landen.

Hohe Trefferquote – durch dämonische Kontakte

In die Astrologie ist er zufällig reingerutscht, meint er im Rückblick. Bei ihm ist es die pubertäre Rebellion gegen die christliche Erziehung. Die katholische Kirche erlebt er als Zwang. Die Rituale bleiben für ihn inhaltsleer. Stattdessen befasst er sich mit der Astrologie. Der Gedanke, anderen durch die Konstellation der Sterne etwas über die Zukunft sagen zu können, fasziniert ihn. Nur zum Spaß erstellt er Freunden Horoskope – mit großem Erfolg. 1986 macht er sein Hobby zum Zweitberuf. Damals ist ihm nicht klar, dass er seine hohe Trefferquote von 70 bis 80 Prozent auch dämonischen Kräften verdankt, denen er sich unwissentlich geöffnet hat. Hätte er es gewusst, hätte er schon früher die Notbremse gezogen, sagt er.

Später erlitten alle Schiffbruch

Schließlich fällt ihm auf: Auch wenn seine Kunden viele Jahre Erfolg mit seinem Rat haben, erleiden sie alle doch Schiffbruch. Kraus fragt sich, ob er nicht dafür mitverantwortlich ist. Sein Gewissen regt sich. Was tun? Er erinnert sich an seine christliche Erziehung. Und er fängt an zu beten. Er bittet Gott, ihm echten Lebenssinn zu schenken.

Er lernt Christen kennen, mit denen er über seine Gedanken redet. Vier Jahre dauert die Phase, in der er sich langsam neu orientiert. Dann zieht er einen dicken Schlussstrich unter sein altes Leben. Er tritt wieder in die katholische Kirche ein. Heute bekennt er: „Jesus hat auf meine Gebete geantwortet und mir letztendlich Gnade zuteilwerden lassen: denn sonst kommt man aus diesem ganzen Sumpf der Esoterik nicht heraus.“

Dringender Rat: Finger weg

Heute versteht er sich als engagierter Gegner jeder Form der Esoterik. Sein Credo: Finger weg! Tarotkarten zu legen sei mit Geistern und Dämonen verbunden. Reiki, eine angeblich neutrale Methode zur Verbesserung des körperlichen und seelischen Wohlbefindens, sei eines der gefährlichsten Gebiete der Esoterik überhaupt: Wer es praktiziert, taucht in ein okkultes System ein, das ihn nicht wieder loslässt. „Sie verlieren dabei möglicherweise ihre Seele.“

Dasselbe gilt für ihn auch für Yoga, Tai Chi, Pilates, Zen, Bachblüten, Edelsteintherapien. Alle diese Therapien seien wirksam: „Doch diese Praktiken haben häufig eine Quelle und ein Ziel, nämlich den Menschen von Gott zu entfernen und eventuell in die Fänge von bösen Mächten zu bringen – in die des Teufels vielleicht.“ Dass er Jesus Christus kennengelernt und ihm sein Leben unterstellt hat, hat er nie bereut: „Er hat unglaublich positive Dinge in meinem Leben bewirkt.“ Er fühle sich nun seelisch und körperlich fitter als je zuvor. Seine Ehe habe eine neue Qualität gewonnen. Und auch beruflich habe sich alles zum Guten gewendet. Er hat nun eine Anstellung als Redaktionsleiter eines technischen Online-Portals gefunden. Und er freut sich, dass er durch Vorträge dazu beitragen kann, als ehemaliger Insider die Menschen vor den Gefahren der Esoterik zu warnen.

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