10 November 2009, 08:33
Nach dem Gebetssturm für Geistliche Berufungen
 
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Erzbischof Joachim Kardinal Meisner schreibt am Ende des 40-tägigen Gebetes um geistliche Berufungen an die Mitbeter

Köln (kath.net)
Kath.Net dokumentiert das Schreiben von Erzbischof Joachim Kardinal Meisner am Ende des 40-tägigen Gebetes um geistliche Berufungen im Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder!

Am Hochfest Allerheiligen endete in unserem Erzbistum Köln das 40-tägige Gebet um geistliche Berufungen. Dies erfüllt mich persönlich mit großer Dankbarkeit!

Der Herr selber hat uns den Auftrag gegeben: „Bittet, dann wird euch gegeben!“ (Mt 7,7). Und so sind die Priester- und Ordensberufungen für unser Erzbistum grundsätzlich immer die Frucht der Gnade Gottes und – nach dem Auftrag Jesu – auch ein wenig unserer Gebete, die in den vergangenen 40 Tagen an so vielen verschiedenen Orten gesprochen wurden, in unserem Erzbistum Köln, aber z. T. auch weit über seine Grenzen hinaus: So hat sich Bischof Clemens Pickel aus der russischen Diözese Saratow mit 20 seiner Gemeinden (verteilt auf 3 verschiedene Zeitzonen) an unserer Gebetskette ebenso beteiligt wie Beterinnen und Beter aus Kanada, aus Frankreich und aus vielen Orten ganz Deutschlands.

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Dankbar bin ich den Vielen, die sich zum Mitbeten gemeldet haben: Ganz besonders den Familien, dann den Einzelbeterinnen und -betern, unter ihnen so viele Mitglieder unserer Gebetsgemeinschaft „rogamus“, ebenso den Pfarreien und Gebetsgruppen. In besonderer Weise danke ich auch den vielen Ordensgemeinschaften, den Säkularinstituten und den Gruppen des Geweihten Lebens: Sie allein haben mehr als ein Drittel aller 3.324 Gebetsstunden übernommen. Stellvertretend für alle anderen seien an dieser Stelle die Armen Schwestern vom Hl. Franziskus in Kommern genannt, die in dieser Zeit jede Nacht zwischen 23.30 h und 3.00 h gewacht und gebetet haben; dazu die Benediktinerinnen in Köln mit ebenso vielen Stunden wie die Brüder des Zisterzienserklosters in Langwaden, die täglich in unserem Anliegen gebetet haben; die Benediktinerinnen vom Kloster Kreitz in Neuss, die Franziskanerinnen von der Ewigen Anbetung in Königswinter-Oberpleis, die Monastischen Gemeinschaften von Jerusalem in Köln, die Legionäre Christi in Bad Münstereifel und viele viele mehr …

Beeindruckt hat mich vor allem auch die außergewöhnliche Bereitschaft, die Einzelne und auch Pfarreien, Gruppen und Gemeinschaften gezeigt haben: Eine Beterin wollte ganz bewusst täglich eine Stunde nachts zu einer Zeit beten, in der niemand beten wollte. Auf Nachfrage hin erklärte sie sich bereit, jede Nacht sogar zwei Stunden zu beten mit der Begründung: „Ich kann eh nicht schlafen und tue so noch etwas sehr Gutes.“ Eine Fußpilgergruppe aus unserem Erzbistum hat auf dem Matthiaspilgerweg nach Trier 4 Tage lang unterwegs um geistliche Berufungen gebetet. Eine ältere Beterin meldete sich und sagte: „Einmal in der Woche bete ich nachts drei Stunden um Priester- und Ordensberufungen. Ich komme nicht mehr vor die Tür, aber durch das Gebet weiß ich mich als ein wichtiges Glied in dieser wunderbaren Gebetskette und fühle mich nützlich und gebraucht.“ In einem Dekanat unseres Erzbistums haben sich alle Pfarreien 24 aufeinander folgende Stunden untereinander aufgeteilt, um so auch vor Ort eine feste Gebetskette zu bilden.

Besonders dankbar bin ich dafür, dass sich auch Jugendliche und junge Erwachsene am 40-tägigen Gebet beteiligt haben: In der Kölner Ursulinenschule wurde eine Nachtvigil gehalten, in Düsseldorf fand am jugendpastoralen Zentrum eine Liturgische Nacht statt, und die „Nightfever“-Abende wurden in dieser Zeit nicht nur im Kölner Dom und in Bonn vom Gebet um geistliche Berufungen durchtränkt, sondern auch in Aachen, in Dresden und in Berlin. Zudem waren wir in den letzten 30 Tagen auch im Gebet um geistliche Berufungen verbunden mit den Schwestern und Brüdern der Diözesen Fulda, Freiburg, Regensburg, Rottenburg-Stuttgart und Speyer.

Alle diese Zeugnisse des Gebetes und des gelebten Glaubens ermutigen mich in meinem Beten und Dienen als Bischof der Kirche von Köln. Ich weiß mich und unser Erzbistum durch die nun zu Ende gegangenen 40 Tage des Gebetes um geistliche Berufungen bestärkt. Dafür sage ich allen Beteiligten ein von Herzen kommendes „Gott vergelt’s!“.

Gleichzeitig möchte ich Sie ermuntern, auch nach dem Ende des 40-tägigen Gebetes um geistliche Berufungen nicht nachzulassen, am Herzen des Herrn zu rütteln, und um Arbeiter für seine Ernte zu bitten: Erzählen Sie den Menschen in Ihrem Umfeld, in Ihrer Familie, in Ihrer Gemeinde und in Ihrer Gemeinschaft von Ihren Gebetserfahrungen! Teilen Sie Ihre Sorgen und Ihre Anliegen ebenso wie Ihre Freuden und Ihre Begeisterung! Kontaktieren Sie Subregens Torsten Kürbig, den Leiter der Diözesanstelle „Berufe der Kirche“, wenn aus dem Gebet der 40 Tage in Ihrer Pfarrei oder Ihrer Gemeinschaft eine regelmäßige Institution geworden ist oder noch werden soll, sodass durch eine entsprechende Veröffentlichung auch andere Beterinnen und Beter sich möglicherweise Ihnen anschließen können.

Nachdem die beiden Jünger von Emmaus Jesus beim Brotbrechen erkannt hatten, sagten sie zueinander: „Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete?“ (Lk 24,32). Wir beten inständig darum, dass sich junge Menschen in unserem Erzbistum Köln anrühren lassen vom je einzigartigen Ruf Gottes, dass der Herr selber ihre Herzen öffne und zum Brennen bringe für den Anruf seiner Liebe, dass sie im Heiligen Geist ihrer Berufung gewiss werden und sie in Treue festhalten. Aber: Der Herr ist immer größer als unser Herz. Er allein weiß …

Der hl. Pfarrer von Ars, der Patron des Priesterjahres, in dem wir besonders um die Heiligung der Priester beten, war voller Hoffnung, beharrlich im Gebet und ganz ergeben in den Willen Gottes. Seine Fürsprache erbitte ich für Sie und für alle, um die Sie sich sorgen, und schicke Ihnen noch einen kräftigen Segen mit.







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