08 November 2009, 19:19
Der Papst, das Model und die Frömmigkeit
 
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Am Samstag bei Wetten Dass - Jetzt das Interview mit Elisabeth von Thurn und Taxis - Von Paul Badde / Die Welt

Rom (kath.net/DieWelt)
Die Tochter von Gloria von Thurn und Taxis, Elisabeth, hat ihr erstes Buch geschrieben. In "Fromm" schildert sie Ihre Auffassung vom Glauben. Dabei ist die junge Frau alles andere als ein Kind von Traurigkeit. Sie ist gerne unterwegs, lässt sich durchaus auch in aufreizenden Posen ablichten.

WELT ONLINE: Was wissen Sie von Erich Fromm?

Elisabeth von Thurn und Taxis: Wenig. Muss ich mehr von ihm wissen? Er war ein renommierter Psychoanalytiker, weiß ich inzwischen, der aus Deutschland fliehen musste, weil er Jude war, und er hat unter anderem an der Columbia University gelehrt. Das aber, gebe ich gern zu, habe ich mir bei Wikipedia aus dem Netz gefischt. Lügen soll man ja nicht. Doch ich habe es mir erst raus gesucht, als mein Verleger Erich Fromm auf dem Klappentext meines Buches erwähnte.

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WELT ONLINE: Was hat sie denn geritten, ein Buch mit dem Titel „Fromm“ zu schreiben?

Von Thurn und Taxis: Ehrlich gesagt, war das nicht meine Idee. Es hatte alles mit einer gleichnamigen Kolumne begonnen, die ich vom Vatican-Magazin bekommen hatte. Ich fand die Idee, durch eine Kolumne regelmäßig über meinen Glauben nachzudenken und zu lernen, einfach sehr spannend. Dieses Buch war damit irgendwie auch prädestiniert für diesen schönen schlanken und – wie ich heute an vielen Reaktionen bemerke – auch frechen und provokanten Titel.

WELT ONLINE: Sie seien eine militante Papst-Verehrerin, war in dem Zusammenhang danach zu lesen. Warum? Haben Sie jemanden geschlagen? Getreten? Gebissen?

Von Thurn und Taxis: Also, woher der Vorwurf „militant“ kommt, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich beiße und haue normalerweise keinen. Doch ja, es stimmt, ich verehre den Papst. Er ist sehr geistreich und ein ebenso liebender wie frommer Mann. Ganz bestimmt hat er eine der schwierigsten Aufgaben, die es auf dieser Erde gibt, die er fantastisch gut bewältigt. Natürlich verehre ich solch einen Mann.

WELT ONLINE: Hätten andere Autoren dieses Thema irgendwo angeboten, wäre ihnen ein Vogel gezeigt worden. Wie sehr hängt es am „Gloria-Bonus“, dass es bei Ihnen nun ganz anders läuft? Dass Gottschalk sie einlädt und Maischberger und andere, für die sich viele gestandene Autoren eine Hand abhacken würden, wenn sie bei ihnen ein paar Minuten auf der Couch sitzen dürften.

Von Thurn und Taxis: Gloria-Bonus, Prinzessinnen-Bonus, Frauen-Bonus, Reiche-Leute-Bonus, keine Ahnung! Ist mir eigentlich auch egal. Denn ändern oder beeinflussen kann ich diese Art zu denken sowieso nicht. Ich freue mich einfach nur über das Interesse.

WELT ONLINE: Sehen Sie einen Widerspruch zwischen Lebenslust und Frömmigkeit?

Von Thurn und Taxis: Fromm sein bedeutet für mich nicht unbedingt, das Irdische abzulehnen und in einer Kutte durch ein Kloster zu latschen. Ich liebe die Mode und die Kunst.

WELT ONLINE: Wer sind denn „die Kenner der blaublütigen Szene“, die behaupten, Sie möchten eine katholische Paris Hilton werden und was heißt das? Rocken Sie Ihre Nächte mit Ihrem Rosenkranz in Discos ab?

Von Thurn und Taxis: Oh Gott, soll diese Frage ernst sein? Keine Ahnung, wer so einen Quatsch behauptet!

WELT ONLINE: Macht es Sie denn gar nicht bang, sich mit 27 Jahren so radikal gegen die Strömung des Zeitgeistes zu stellen?

Von Thurn und Taxis: Klar, macht es mich das. Ich habe schon oft gespürt wie leicht man mich verurteilt und versucht in eine Schublade zu stecken. „Aha, die Fromme!“ – „Oh, wohl doch nicht so Fromm!“. Blödsinn. Ich werde weiterhin über die Dinge schreiben, die mich faszinieren. Ob das jetzt mein Glaube ist oder eine tolle Reise, Kunst oder Mode. Als Journalistin interessiere ich mich eben für vielerlei. Das ist doch auch das Beste an unserem Job, finden sie nicht?

WELT ONLINE: Welches Kapitel Ihres Buches ist Ihnen denn das beste und liebste und warum?

Von Thurn und Taxis: Mmh. Vom schrecklich schönen Beichten, glaube ich. Das ist mir, wie ich finde, wirklich ganz gut gelungen. Denn ich habe mir dabei die Argumente fürs Beichten ja irgendwie noch einmal selbst erläutert und neu schmackhaft gemacht. Das sollten vielleicht auch alle wissen, die sich über den Erfolg dieses Buches wundern. Zuerst habe ich hier versucht, mir selbst noch einmal neu Antworten auf viele Fragen zu geben, die meinen Glauben betreffen. So ist dieser Klartext entstanden.

Und das macht vielleicht das Allerschönste an ihm aus: Hier habe ich versucht, mir selber Klarheit zu verschaffen. Dabei hat mir das Aufschreiben natürlich enorm geholfen. Auch das Pilger-Kapitel gefällt mir darum besonders gut, weil es eine sehr gut gelungene Mischung aus Logik und Humor hat, wie mir viele gesagt haben. Glauben darf ja ruhig auch Spaß machen. Mehr noch: er muss Freude machen, sonst kann man ihn doch gleich vergessen.

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kathTube: Der Auftritt bei Wetten Dass





Foto: (c) Paul Badde

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