30 Oktober 2009, 10:30
'Kirchen haben fundamentale Bedeutung für Moralnormen'
 
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Linke-Politiker Gregor Gysi: "Obwohl ich nicht religiös bin, fürchte ich also eine gottlose Gesellschaft nicht weniger als jene, die religiös gebunden sind"

Berlin (kath.net/KNA) Die Kirchen haben nach Überzeugung des Linken-Politikers Gregor Gysi als moralische Impulsgeber der Gesellschaft fundamentale Bedeutung. Ohne Religionen, Glauben und Kirchen gäbe es derzeit gesellschaftlich «keine Grundlage für allgemein verbindliche Moralnormen», sagte Gysi in einem Interview der in Berlin erscheinenden Zeitschrift «Kompass» des katholischen Militärbischofs (Oktober). Der Chef der Linken-Bundestagsfraktion weiter: «Obwohl ich nicht religiös bin, fürchte ich also eine gottlose Gesellschaft nicht weniger als jene, die religiös gebunden sind.»

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Gysi verwies darauf, dass der Staatssozialismus bekanntlich gescheitert sei. So sei auch die Linke längere Zeit kaum in der Lage, allgemein verbindliche Moralnormen aufzustellen. Der Kapitalismus bringe seinerseits entsprechende normative Vorgaben nicht hervor, da er vornehmlich auf Konkurrenz setze.

Der Linken-Politiker äußerte sich auch zur Rolle der Kirchen bei der friedlichen Revolution in der DDR. Die evangelischen Kirchen, die anders als die katholische Kirche die DDR anerkannt und sich in ihr eingerichtet hätten, seien jene Einrichtungen gewesen, in denen sich die Opposition organisiert und öffentlich Stellung bezogen habe. «Von den evangelischen Kirchen ging deshalb ein wichtiger Impuls für die Wende 1989 aus», meinte er. Mit Blick auf die Jahre seit 1989 sieht Gysi eine steigende Zahl Ostdeutscher, die aus religiösen Gründen die Kirchen aufsuchten. Allerdings sei deren Zahl hinter den
Erwartungen zurückgeblieben.

Auch der scheidende brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) sprach in der Zeitschrift von einer wichtigen gesellschaftlichen Aufgabe der Kirchen. Die Religionen vermittelten
allgemein verbindliche Moralregeln und grundlegende Werte. «Je mehr diese in den Hintergrund treten, desto eher dominieren Rücksichtlosigkeit und Unredlichkeit, desto mehr verlottert eine
Gesellschaft», mahnte Schönbohm.

(C) 2009 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

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