29 Oktober 2009, 11:00
Neue Bundesregierung ist konfessionell ausgewogen
 
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Jeweils sieben Ressortchefs sind evangelisch und katholisch, zwei betrachten ihr Verhältnis zur Religion als Privatsache

Berlin (kath.net/idea)
Die künftige Bundesregierung ist konfessionell ausgewogen. Sieben der 16 designierten Ressortchefs sind evangelisch, ebenso viele katholisch. Zwei betrachten ihr Verhältnis zur Religion als Privatsache; sie machen keine Angabe, ob sie konfessionslos oder Kirchenmitglied sind. Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sind auch ihr Kanzleramtsminister Ronald Pofalla, Finanzminister Wolfgang Schäuble und Familienministerin Ursula von der Leyen (alle CDU) sowie Vizekanzler und Außenminister Guido Westerwelle und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (beide FDP) evangelisch. Westerwelle wurde von der Wochenzeitung „Welt am Sonntag“ (Berlin) als „bekennender evangelischer Christ“ bezeichnet, der auch die Kirchentage besuche.

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Im Koalitionsvertrag wird hinsichtlich der Außenpolitik die weltweite Bedeutung des Menschenrechtsschutzes hervorgehoben. In dem Dokument steht erstmals auch, dass sich die Bundesregierung für Religionsfreiheit einsetzen und dabei ein besonderes Augenmerk auf die Lage christlicher Minderheiten legen wolle. Von den Katholiken gehören drei Minister zur CDU: Franz Josef Jung (Arbeit und Soziales), Annette Schavan (Bildung und Forschung) und Norbert Röttgen (Umwelt). Ebenso viele stellt die CSU: Peter Ramsauer (Verkehr), Ilse Aigner (Landwirtschaft) und Karl-Theodor zu Guttenberg (Verteidigung).

Künftiger Gesundheitsminister ist engagierter Katholik

Philipp Rösler, der von der FDP als Gesundheitsminister vorgesehen ist, ist ebenfalls katholisch. Er bezeichnet sich als „gläubigen Christen“. Mit ihm wird es erstmals einen Bundesminister mit Migrationshintergrund geben. Der Sohn vietnamesischer Eltern, der mit neun Monaten von einem deutschen Ehepaar adoptiert wurde, gehört dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken an. Zwei FDP-Politiker machen keine Angaben zu ihrer religiösen Einstellung: Dirk Niebel (Entwicklungshilfe) und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (Justiz). Für die Bayerin sind Moralvorstellungen aus der Vernunft, nicht aber aus der göttlichen Offenbarung abzuleiten, sagte sie 1997 bei einem Vortrag in der Hamburger Hauptkirche St. Katharinen in der Reihe „Darum bin ich (k)ein Christ“. Vor acht Jahren plädierte sie für die Beibehaltung von „Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde“ (LER) als Pflichtfach an brandenburgischen Schulen und damit gegen Religionsunterricht als Wahlpflichtfach.

Foto: (c) zuguttenberg.de

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