25 Oktober 2009, 10:35
Piusbruderschaft: Theologische Gespräche mit Vatikan am Montag
 
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Lefebvre-Experte zu den anstehenden Gesprächen: "Für die katholische Seite bedeutet es, darauf zu bestehen, dass keine innerkatholische Gruppe entsteht, die das Zweite Vatikanische Konzil nicht voll anerkenne."

Rom/Eichstätt (www.kath.net/ RV)
In der Glaubenskongregation ist alles bereit für die Gespräche mit der Piusbruderschaft. Am Montag treffen sich die Delegationen beider Parteien zum ersten Mal. Bei den Gesprächen, deren Dauer offen ist, wird es um Lehrfragen gehen. Falls es zu einer Einigung kommen wird, rechnen Beobachter mit der Errichtung einer so genannten Personalprälatur für die Piusbrüder. Für den Lefebvre-Experten und Pastoraltheologen an der katholischen Universität Eichstätt, Alois Schifferle, ist bereits der Beginn der Gespräche ein erster Erfolg, aber die Schwierigkeiten beginnen damit erst.

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„Es ist positiv, dass man zumindest miteinander spricht. Es besteht die Frage, wer die Vorgaben gibt. Da habe ich schwere Bedenken. Die Piusbrüder lösen sich trotz der dargebotenen Hand des Papstes nicht von ihrer Grundhaltung. Sie üben scharfe Kritik an der Kirche des zweiten vatikanischen Konzils. Sie versuchen nach wie vor, die Kirche zurück zu treiben.“

Diese Kirche, so Schifferle, sei eine Kirche, die ihn an das Bild der festen Burg Gottes erinnere, eine Kirche, in der alles festgelegt ist, eine Kirche, die Erhabenheit und Heiligkeit bewirke. Dies zeige einen Geist der Geschlossenheit und der Abwehrhaltung, der sich gegen jede Neuerung wendet.

Dieses Kirchenverständnis sehen die Piusbrüder durch das Entgegenkommen des Papstes bestätigt. Das sei für den anstehenden Dialog prägend, so Schifferle. Für die katholische Seite bedeutet es, darauf zu bestehen, dass keine innerkatholische Gruppe entsteht, die das Zweite Vatikanische Konzil nicht voll anerkenne.

„Daher muss der Papst darauf hinarbeiten, dass die Verantwortlichen der Piusbruderschaft das Konzil akzeptieren und gutheißen. Das Problem bei der Piusbruderschaft ist, dass alle Versöhnungsversuche fehlgeschlagen sind. Bei der Aufhebung der Exkommunikation und bei der Anerkennung des Lehrrangs des Papstes sind das zweite vatikanische Konzil und dessen Zustimmung in meinen Augen zu wenig zur Sprache gekommen. Das muss nachgeholt werden.“

Aber selbst bei gut verlaufenden Gesprächen ist sich Schifferle nicht sicher, dass es eine vollständige Versöhnung zwischen der Kirche und allen Piusbrüdern gibt.

„Wenn es zu einer weiteren Annäherung kommen sollte, kann ich mir nur schwer vorstellen, dass die Piusbruderschaft in ihrer heutigen Form gänzlich in den Schoß der Kirche zurückkommt.“

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