13 Oktober 2009, 12:48
Abtreibung, Strafe und Johanna Dohnal
 
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Und warum ich mich nicht vom "profil" gegen Kardinal Schönborn ausspielen lasse - Ein exklusiver kath.net-Kommentar von Weihbischof Andreas Laun zum Thema "Abtreibung, Strafe und Kirche" kathTube: Die aktuelle Videostellungnahme von Bischof Laun

Salzburg (kath.net)
Im Zusammenhang mit der Ehrung der Abtreibungsklinik durch Bürgermeister Häupl ist viel Unruhe entstanden. Auch deswegen, weil inzwischen ein Artikel im Profil erschienen ist unter dem eigenartigen Titel „Bauchgefühl“. Klarer und zugleich irreführend ist die zweite Überschrift: „Bischof Küng fordert die Wiedereinführung der strafrechtlichen Verfolgung von Frauen, die abgetrieben haben.“

In dem Artikel komme auch ich ausführlich zu Wort. Dazu einige Klarstellungen und Ergänzungen: Irreführend nenne ich die Überschrift, weil weder Bischof Klaus noch ich die Strafe „für die Frauen“ fordern, sondern für die Täter, unabhängig vom Geschlecht. Viel präziser wäre es zu sagen: Mit der Gesamtkirche, wollen die Bischöfe „Strafe für Abtreibung“! Weil sie so harte, mitleidlose Menschen sind? Nein, sondern weil auch die ungeborenen Kinder und damit auch die Frauen gegenüber dem Druck der Umgebung unter dem Schutz des Gesetzes stehen sollten! Nicht alle, aber viele Frauen würden ihr Kind behalten, würden die Freude der Mutterschaft erleben und blieben damit bewahrt vor den Leiden, die in den meisten Fällen der Abtreibung folgen! Eine Bestrafung der Tat käme also sowohl den Kindern als auch den Frauen zugute, wäre kinderfreundlich und frauenfreundlich!

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Darüber müsste endlich sachlich gesprochen werden auch deswegen, weil Österreich, was Kinder betrifft, „mit dem Rücken zur Wand“ steht und es dringend nötig wäre, die Kinder-Vernichtungs-Industrie endlich zu stoppen!

Warum Strafe für Abtreibung? Ja, weil das, was getötet wird, Kinder sind! Das verstehen auch Menschen, die für die Fristenlösung sind, wie folgende Geschichte beweist: Jeder, der Abtreibungsdiskussionen kennt, weiß: Die Befürworter des Rechtes auf Abtreibung behaupten immer, vor der Geburt, wenigstens in den ersten Monaten, sei „es“ ja noch kein Mensch! Nie hört man: „Ja, es ist natürlich ein Mensch, das wissen wir, aber wir haben das Recht, ihn oder sie zu töten!“

Vor Jahren gab es im ORF eine Diskussion, in der Johanna Dohnal, eine der radikalsten Verfechterinnen der freien Abtreibung, mit einer Vertreterin der ÖVP diskutierte. Diese erklärte, „Für sie sei es zwar ein Mensch, aber auch sie sei gegen Strafe“!

Dohnal erwiderte ruhig und treffsicher wie ein Fußballer, dem der Ball vor dem gegnerischen Tor vor die Füße rollt und der nur noch einzuschießen braucht: „Wenn ich überzeugt wäre, es ist ein Mensch, wäre ich für Bestrafung!“ Da aber alle Bischöfe ohne den geringsten Zweifel überzeugt sind, dass es sich um einen Menschen handelt, kann kein Zweifel sein, dass auch sie folgern: Das Kind sollte durch ein Strafgesetz geschützt werden!

Ich, so sagt der Text im Profil, hätte dem Kardinal „widersprochen“. Nein, das habe ich nicht! Wahr ist nur, dass ich einen Satz in seinem Brief an den Bürgermeister für missverständlich halte. Da der H.H. Kardinal sehr wohl vom „Schutz“ der Kinder spricht, ist klar, dass auch er den Schutz meint und will, den der Staat bieten kann, nämlich den Schutz durch Gesetze und Sanktionen.

Also sind wir einig und man kann uns nicht gegeneinander ausspielen! Darum verwahre mich mit Entschiedenheit gegen den Versuch, mich in Gegensatz zum Kardinal zu bringen, den ich achte und ehre, wie es übrigens auch mein Verhalten gegenüber seinem Wunsch, ich solle an der Demonstration nicht teilnehmen, deutlich gezeigt hat.

Ein Stein des Anstoßes ist auch meine Aussage, Bürgermeister Häupl habe sich durch sein Tun selbst exkommuniziert. Gespräche mit Juristen haben mich überzeugt, dass man, mit guten Argumenten, diesbezüglich auch anderer Meinung sein kann. Unbestritten ist aber: Häupl hat sich, moralisch gesehen, von der Gemeinschaft der Kirche weit entfernt.

Wichtig zu sagen ist mir zuletzt auch dies: Gute Katholische Bischöfe stehen für den Glauben der einen, heiligen, katholischen Kirche und sind, was Glauben und Lehre der Kirche betrifft, ein Herz und eine Seele! Aber das hindert sie nicht, da und dort in einer Sachfrage verschiedener Meinung zu sein und diese brüderlich auszuhalten oder auszutragen. Auch kann es Missverständnisse zwischen ihnen geben! Denjenigen, der daran Anstoß nimmt oder deswegen Grund und Rechtfertigung für Häme und Spott zu besitzen meint, ist wirklich nicht zu helfen. Gott hat Seine Kirche auf normalen Menschen aufgebaut, sie ist und bleibt auch mit und deren Menschlichkeiten und trotz ihrer Allzu - Menschlichkeiten seine Kirche.

Aber, wie auch immer, über Abtreibung sollte endlich wieder geredet werden: ohne gegenseitige Diffamierung, respektvoll für den Anderen, die Fakten wirklich würdigend! Wenn ein solches Gespräch in Gang käme, hätte sich „die Aufregung“ gelohnt, es wäre zum Wohl aller Menschen in unsrem Land, für unser geliebtes Österreich und seine Zukunft! So wahr uns Gott helfe!

Diskussion im Forum

Kathpedia: Andreas Laun



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