07 Oktober 2009, 14:41
‚Echte kirchliche Erneuerung geht nur aus Treue zu Christus hervor’
 
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Der Apotheker und Ordensgründer Johannes Leonardi war davon überzeugt, dass "Reformen nicht gegen die Kirche, sondern nur in der Kirche geschehen können", sagte der Papst bei der Generalaudienz.

Vatikan (kath.net) Über den italienischen Ordensgründer Johannes Leonardi sprach der Papst am Mittwoch bei der Generalaudienz. Er bezeichnete ihn als „herausragende Priestergestalt“, der als gelernter Apotheker wusste, dass „letztlich die Medizin Gottes nur eine ist: Christus selber“. Wie jeden Mittwoch versammelten sich auch heute um 10.30 zahlreiche Pilger zur Generalaudienz des Papstes auf dem Petersplatz im Vatikan.

Benedikt XVI. hielt wie üblich eine ausführlichere italienischsprachige Katechese, danach folgten Zusammenfassungen auf Französisch, Englisch, Deutsch und Spanisch. Zum Abschluss richtete der Papst an die Pilger kurze Grußworte auf Portugiesisch, Polnisch, Ungarisch, Tschechisch, Slowakisch, Kroatisch und Italienisch. Die Audienz endete mit dem gesungenen Pater Noster und dem apostolischen Segen, den der Papst gemeinsam mit den anwesenden Bischöfen spendete.

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Auf Deutsch sagte der Papst: „Liebe Brüder und Schwestern! Übermorgen jährt sich zum 400. Mal der Todestag des heiligen Johannes Leonardi, der die Regularkleriker der Muttergottes gegründet hat. Ich möchte in diesem Priester-Jahr über diese herausragende Priestergestalt sprechen.

Er wurde 1541 in Diecimo in der Toskana bei Lucca geboren. Er ließ sich zunächst zum Apotheker ausbilden, aber als er seine Ausbildung abgeschlossen, das Examen gemacht hatte, entschied er sich dafür, Priester zu werden. Seine Leidenschaft für die Arzneimittelkunde war ihm aber nützlich bei seinem Wunsch, den Menschen die »Medizin Gottes« in ihr Leben zu bringen, in der rechten Dosierung.

Letztlich ist die Medizin Gottes nur eine: Christus selber. Die persönliche Begegnung mit dem Herrn war der tragende Grund seines eigenen Lebens und sollte der Grund derer werden, denen er begegnete. Der Vorrang Christi war in allem das Kriterium seines Urteilens und Handelns. Er widmete sich besonders dem Jugendapostolat, der Verbreitung und Vertiefung des Glaubens und der geistlichen Erneuerung der Kirche im Zug der katholischen Reform.

Leonardi war davon überzeugt, dass eine echte kirchliche Erneuerung nur aus der Treue zu Christus hervorgehen kann und alle Schichten der Kirche angeht, die sich um einen unbestechlichen Lebenswandel bemühen müssen. Er hat die Kirche sehr realistisch gesehen: Er wusste, es ist der Acker, auf dem Weizen und Unkraut gedeihen. Sie ist vom Herrn geschaffen, aber zugleich ganz menschlich.

Aber er wusste auch, dass nur auf diesem Acker der Herr arbeitet und dass daher Reformen nicht gegen die Kirche, sondern nur in der Kirche geschehen können. Die Begegnung mit Christus verwirklicht sich in der Kirche. Sie ist heilig und zugleich ganz brüchig in ihren menschlichen Gliedern, aber stets Sakrament des Heils.

Auch angesichts der Anfänge jener neuen Geisteshaltung und Kultur, die von der Trennung von Glaube und Vernunft gekennzeichnet sein sollte, erkannte er, dass die wahre Medizin für die geistlichen Übel Christus ist, der Mittelpunkt von Geschichte und Welt.

Johannes Leonardi hatte einen wachen Blick für die Universalität des Glaubens. So ist er der Gründer der Kongregation von der Propaganda, der Missionskongregation der Kirche in Rom geworden. Er lehrt uns, ganz auf Christus hinzuschauen, von ihm her zu leben und zugleich offen zu sein für die Nöte und die Fragen der Welt. In der Gemeinschaft mit Christus erkennen wir auch, was die Welt braucht, und helfen ihr zu ihrem Heil.

Sehr herzlich grüße ich alle Pilger und Besucher deutscher Sprache, besonders die vielen Jugendlichen und die Schwestern der Congregatio Jesu, die anlässlich ihres 400jährigen Kongregationsjubiläums nach Rom gekommen sind. Christus ist die Mitte unseres Lebens. Richten wir uns ganz auf ihn aus, dann werden wir Glück und Heil finden und können zur Erneuerung von Kirche und Welt mit beitragen. Der Herr segne euch alle.“



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