03 Oktober 2009, 17:59
Kein Aufschrei aus Politik und Medien
 
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Gegen den "Marsch für das Leben”: Kreuze im Fluss, eine brennende Bibel und obszön anti-christliche Plakate. Wenn das mit jüdischen oder islamischen Symbolen geschähe, gäbe es einen Proteststurm, sagt der Vorsitzende des Bundesverbands Lebensrecht.

Bonn (kath.net/idea) Bei dem Schweigemarsch für das Leben am vergangenen Samstag in Berlin kam es zu zahlreichen heftigen Störaktionen von Gegendemonstranten, kath.net hat berichtet. Der Bundesverband Lebensrecht hat nun auch eine Bibel vorgelegt, die Abtreibungsbefürworter angezündet und in Berlin vor die Füße von Christen geworfen haben. Der Vorfall hatte sich auf der Straße „Unter den Linden“ ereignet – unweit des Bebelplatzes, auf dem 1933 eine Bücherverbrennung der Nationalsozialisten stattgefunden hatte.

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Bei dem „Marsch für das Leben“ erinnerten dem Verband zufolge mehr als 1.300 Christen an die rund 250.000 Kinder, die nach Schätzungen von Lebensrechtsgruppen jährlich im Mutterleib allein in Deutschland getötet werden. Die überwiegend schwarz gekleideten Teilnehmer trugen weiße Kreuze.

Etwa 400 Gegendemonstranten eines Bündnisses „gegen christlichen Fundamentalismus“ führten Plakate mit sich mit Aufschriften wie „Orgasmus statt Abendmahl“ und „Hätt’ Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben“. Aus den Reihen dieser Demonstranten wurde auch die brennende Bibel geworfen.

Zeuge der Attacke war der neue Vorsitzende des Bundesverbands Lebensrecht, der Publizist Martin Lohmann (Bonn). Wie er am 2. Oktober gegenüber idea sagte, konnte ein Teilnehmer des „Marsches für das Leben“ die Flammen rasch ersticken, so dass die Bibel nur teilweise zerstört wurde. Allerdings seien aus ihr bereits zahlreiche Seiten herausgerissen gewesen.

Lohmann bezeichnete den Vorfall als „trauriges Zeichen der Unkultur“ und Ausdruck von „unterirdischem Hass“. Gegendemonstranten hätten auch ein Dutzend Kreuze entwendet, sie als Zeichen der Verspottung umgedreht, in die Höhe gestreckt und schließlich in die Spree geworfen.

Lohmann vermisst in der Öffentlichkeit einen Aufschrei angesichts der Schändung christlicher Symbole. Nach seinen Worten gäbe es einen Proteststurm in Politik und Medien, wenn ähnliches mit jüdischen oder islamischen Symbolen geschähe. Lohmann: „Christliche Lebensrechtler haben vor allen religiösen Symbolen höchsten Respekt.“ Er wies zugleich den Vorwurf entschieden zurück, christliche Lebensschützer seien Fundamentalisten: „Wir sind Menschen mit einem Fundament. Und wir sind tolerant und friedlich.“

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