28 September 2009, 09:25
Für Kardinal Schönborn ist freiwilliger Kirchenbeitrag vorstellbar
 
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Wiener Kardinal über den umstrittenen Kirchenbeitrag: Alternative zum verpflichtenden Kirchenbeitrag wäre etwa das US-amerikanische System mit Spenden

Wien (kath.net)
Für den Wiener Kardinal Christoph Schönborn sind Alternativen zum derzeitigen Kirchenbeitragssystem vorstellbar. In einem Interview mit der APA meinte Schönborn: "Es gäbe Alternativen, aber da gibt es keinen politischen Willen dazu." Allerdings seit für ihn das ganze derzeit zum Scheitern verurteilt, weil es derzeit noch zu gerninge steuerlichen Erleichterungen bei Spenden gibt. Eine Alternative zum verpflichtenden Kirchenbeitrag wäre für Schönborn etwa das US-amerikanische System, "dass man einfach ganz massive steuerliche Erleichterungen für Spenden an die Kirchen, an die Sozialeinrichtungen etc. geben würde".

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Kritik übte Schönborn daran, dass in Österreich die römisch-katholische Kirche mehr an Mehrwertsteuer an den Bund zahlt als der Bund an Subventionen für die Erhaltung der Kirchen ausgibt. Er meinte dazu: "Wir empfinden das als schweres Unrecht vonseiten der öffentlichen Hand, denn es ist nicht einzusehen, dass eine kleiner werdende Zahl von Katholiken in ganz Österreich die Kulturdenkmäler in Österreich erhalten soll und der Bund sich dabei eigentlich ein Geschäft macht. Das kann auf die Dauer nicht gehen, das wird auch auf die Dauer nicht gehen." Solange dieses System bestehe, sieht der Kardinal ebenfalls keinen alternativen Weg zur verpflichtenden Kirchensteuer. "1,1 Prozent des versteuerbaren Einkommens für die Kirche zu geben, ist wirklich nicht zu viel."

Für Schönborn ist der Kirchenbeitrag nicht primär Schuld an den Austritten ist. "Ich glaube, der entscheidende Grund ist, dass Menschen keine Beziehung zur Gemeinschaft der Kirche haben, sie ist ihnen fremd geworden. Wenn dann ein Erlagschein kommt und man ihnen sagt, sie müssen 100 Euro zahlen, dann ist bei manchen die Schwelle zum Austritt sehr niedrig."

Schönborn rechnet übrigens auch damit, dass der Anteil der Katholiken an der österreichischen Bevölkerung weiter sinken werde. "Ich glaube, die Zahl der Katholiken wird aus zwei Gründen auch weiterhin schrumpfen: Erstens aus demografischen Gründen", zweitens gebe es das "Phänomen des Kirchenaustritts", das speziell in Wien höher sei, als in anderen Bundesländern. "Und das bewirkt etwa, dass wir in Wien bereits unter der 50-Prozent-Schwelle sind, was die Katholikenzahl betrifft. Und das wird sicher noch weiter sinken."

Foto: (c) kath.net

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