02 September 2009, 08:37
Kritik an Internet-Bravo: ‘Elektronisches Erotik-Magazin’
 
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Christen wenden sich an Kommission für Jugendmedienschutz

Frankfurt am Main (kath.net/idea) Das Internetangebot der Jugendzeitschrift „Bravo“ ist auf scharfe Kritik gestoßen. Nach Ansicht der überkonfessionellen Deutschen Vereinigung für eine Christliche Kultur in Frankfurt am Main ist der Onlineauftritt „nichts anderes als ein elektronisches Erotik-Magazin, das sich als Jugendzeitschrift tarnt“. Unter dem Vorwand der Sexualaufklärung würden scharenweise nackte Paare beim Geschlechtsakt und Anleitungen zu extravaganten Sexualpraktiken gezeigt.

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Mitte August forderte die Vereinigung die rund 11.000 Empfänger ihres Rundbriefs auf, bei der Kommission für Jugendmedienschutz gegen die unmoralischen Inhalte zu protestieren. Das Ergebnis war nach Angaben der Organisation überwältigend. Die Kommission habe sich bereits nach wenigen Tagen beschwert, dass sie von Postkarten und elektronischer Post eingedeckt worden sei, teilte der Initiator der Aktion, Mathias von Gersdorff, idea mit. Er schätzt, dass mehr als 2.000 Rundbriefempfänger der Aufforderung gefolgt seien.

Kommission: Keine Verstöße gegen Jugendschutz

Inzwischen hat die Kommission Stellung genommen. Nach Sichtung des Internet-Angebots sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass die Darstellungen und Texte über verschiedene Sexualthemen weder zotig formuliert seien noch Anleitungen zu besonderen Sexualpraktiken enthielten. Auch andere mögliche Verstöße gegen die Bestimmungen des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages seien nicht gegeben. Den Internetnutzern werde „in einem aufklärerischen Kontext ein verantwortungsvoller Umgang mit Sexualität und Partnerschaft“ vermittelt, heißt es.

Von Gersdorff will sich mit dieser Antwort nicht zufrieden geben. Er hofft, dass die „Welle der Empörung“ einen ähnlichen Erfolg wie vor fünf Jahren erziele. Damals habe die Bravo-Redaktion aufgrund massiver Proteste sämtliche Anleitungen zu Okkultismus, Voodoo und Zauberei entfernt.

Von der Leyen reagiert nicht

Proteste bei der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) blieben bisher unbeantwortet. Die Politikerin habe zwar angekündigt, Internetseiten mit kinderpornografischen Inhalten sperren zu lassen, unternehme aber offensichtlich nichts gegen die „Bravo“, bedauert die für den Kinderschutz engagierte Münchnerin Valerie van Nes.

Die Mutter von vier Kindern kritisiert das „als Sexualaufklärung getarnte Foto- und Textmaterial“ als „Pornografie für Kinder“. Auf ihr Schreiben an die Ministerin habe sie keine Reaktion bekommen, sagte van Nes gegenüber idea. Dies werde sich möglicherweise ändern, wenn weitere besorgte Eltern das Anliegen unterstützten.

E-Mail an die Kommission für Jugendmedienschutz (München)

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