25 August 2009, 10:39
Bischof Scheuer warnt vor naiver Übernahme esoterischer Elemente
 
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Exerzitien helfen bei der "Einübung in die Freundschaft mit Jesus", der selbst das Kriterium christlicher Mystik ist, sagt der Innsbrucker Bischof.

Innsbruck (kath.net/PEW) Vor der unreflektiert-naiven Übernahme fernöstlicher oder esoterischer Elemente in die christliche Spiritualität hat der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer gewarnt. Christliche Mystik unterscheide sich von fernöstlicher oder neuplatonischer Einheitsmystik, betont Scheuer in einem Interview in der aktuellen Programmzeitschrift des Wiener "Kardinal König Hauses".

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Kriterium für Mystik sei für Christen die Person Jesu Christi. "Unterscheidung der Geister ist ein Gebot der Stunde", so Scheuer wörtlich, "sonst verlieren Glaubende ihr Selbstbewusstsein, sonst übernehmen fundamentalistische Ideologien das Ruder". Nicht jeder "Selbstverwirklicher" sei schon ein spirituell Suchender und "nicht jeder spirituell Suchende ist schon ein Mystiker", hielt Scheuer fest.

Elemente anderer Religionen seien danach zu befragen, welches Menschen- und Gottesbild sie implizit transportieren, unterstrich der Tiroler Bischof: "Da sollte man auch nicht naiv sein".

Bischof Scheuer würdigte in dem Interview ausdrücklich die Bedeutung von Exerzitien (geistliche Übungen). Dabei gehe es um eine "Einübung in die Freundschaft mit Jesus". Glaube sei Gnade, aber es brauche auch Zeiten der Übung und besonderen Aufmerksamkeit, so Bischof Scheuer, damit das Leben eine Ordnung und Mitte hat. Scheuer: "Die eigene Lebensentscheidung und der eigene Lebensentwurf werden an der Gestalt Jesu ausgerichtet, die ja die Gestalt der Liebe Gottes in der Geschichte ist".

Kirche und Gesellschaft könnten es sich nicht leisten, auf das zu verzichten, was mit solchen Exerzitien verbunden ist: "Es würde eine oberflächliche, entsolidarisierte und bürokratische Kirche herauskommen, die sich selbst aufgibt". Er wünsche sich, so der Bischof, dass sich mehr Menschen in der Kirche auf intensive Formen der Exerzitien einlassen.

Ein Exerzitientipp – Das Haus am Sonntagberg

Foto: (c) www.dioezese-innsbruck.at

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