24 August 2009, 09:17
‚Sie beteten sehr gesammelt und still’
 
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Vom "Fünften Gesamtrussischen Jugendtreffen" nimmt Bischof Clemens Pickel tiefe Eindrücke mit nach Hause.

Kasan (kath.net) 230 Jugendliche aus allen vier katholischen Diözesen in Russland versammelten sich zum "Fünften Gesamtrussischen Jugendtreffen" in der russischen Großstadt Kasan. Zu dem Treffen, das von 13.-16. August stattfand, waren manche über fünf Tage im Zug unterwegs, wie Bischof Clemens Pickel von Saratow gegenüber kath.net berichtet. Alle vier Bischöfe und der Nuntius Mennini nahmen daran teil.

Das Thema war "Wir hoffen auf den lebendigen Gott" (1 Tim 4,10), in Verbindung mit dem Weltjugendtagsthema am Palmsonntag 2009. Sogar aus Deutschland, aus dem Bistum Osnabrück, waren neun Jugendliche und ein Kaplan dabei. Zehn Jugendliche kamen aus der Ukraine angereist, „Musikanten, die auch durch ihr Zeugnis glänzten“, wie Bischof Pickel erzählt, der auch Vorsitzender der Jugendkommission in der russischen Bischofskonferenz ist.

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Seit dem Jahr 2000 finden diese Treffen in den russischen Diözesen "reihum" statt. 2000 in Saratow, 2002 in Tscheljabinsk (Nowosibirsker Diözese), 2004 in Irkutsk, 2006 in Moskau. Kasan hat seit August 2008 eine Kirche, die durch den ehemaligen Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano eingeweiht wurde. „Kirchen sind uns kostbar, nicht nur während der Eucharistiefeier. Im ganzen Bistum St. Clemens haben wir nur 26 Kirchen und Kapellen. Das Bistum ist so groß wie Portugal, Spanien, Frankreich, und Deutschland zusammen“, erzählt Bischof Pickel.

Pickel freut sich auch über die sehr guten Beziehungen zur orthodoxen Kirche. „Wir alle, vier Bischöfe, waren am ersten Tag des Treffens beim orthodoxen Erzbischof Anastasij zu Gast.“ Auch gebe es eine große Offenheit für die katholischen Anliegen bei der Stadtverwaltung.

Pickel schildert die Jugendlichen gegenüber kath.net als „sehr offen im Gespräch, interessiert, aktiv in den Gruppen, mehr als in den Vorjahren. Auch ist die Jugend ruhiger geworden, ‚suchender’.“ Es sei schwer zu beschreiben. „Das hat nichts mit der "Krise" zu tun, von der die Medien bei uns voll sind und - im Gegenteil zum Westen - eine pessimistische Stimmung richtiggehend verursachen.“ Dieser Unterschied falle ihm, der immer Nachrichten beider "Seiten" lese, besonders auf.

Wie immer wurde der Kreuzweg am Freitag um 20.00 Uhr gebetet, mit anschließender eucharistischer Anbetung von 21.00 bis 22.30 Uhr, die im vollen Wortsinn ein "Schwerpunkt" war. "230 Jugendliche beteten sehr gesammelt und still. Während der Anbetung ab 21.00 Uhr boten alle etwa 15 anwesenden Priester und Bischöfe das Bußsakrament an. Ich verließ mein Beichtzimmer um 23.30 Uhr und war nicht der Letzte, der seine Stola in die Sakristei zurück brachte“, berichtet Bischof Pickel.

„Wir Bischöfe wohnten mit den Jugendlichen in einem Sportkomplex außerhalb der Stadt, wo auch die täglichen Veranstaltungen stattfanden. Nur die Eröffnungs- und die Abschlussmesse feierten wir in der Pfarrkirche. Die Jugendlichen fielen der administativen Verwaltung des Sportgeländes auf: "Wir haben manchmal Gruppen von 20 Leuten hier, die machen mehr Lärm, als ihre 230." Der Bischof freut sich: „Falls wir wieder kommen sollten, sind uns sieben Prozent Preisnachlass versprochen.“

„Um es billiger zu machen, wohnten die Jugendlichen zu sechst in Doppelzimmern, das heißt auf eigenen Matratzen in Schlafsäcken. Das Teuerste waren die Anreisewege. Wir hatten am Palmsonntag russlandweit eine Kollekte für dieses Treffen. Außerdem erhoben wir einen Teilnehmerbetrag, gaben nur den halben Fahrpreis zurück und hatten - wie immer - einen große Unterstützung von Renovabis zur Verfügung. Eine Mitarbeiterin von Renovabis nahm auch am Treffen teil.“

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