24 August 2009, 10:15
USA: Homosexuelle evangelische Pastoren dürfen zusammen leben
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Evangelische Gemeins'
Jetzt öffnen die US-Lutheraner das Pfarramt für gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften. Konservative wehren sich: "Wir sind weiter gegangen, als Gott es erlaubt.”

Minneapolis (kath.net/idea) In der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELCA) können künftig auch Geistliche, die in einer dauerhaften, verbindlichen gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft leben, Dienst tun. Bisher war dies nur zölibatär lebenden Homosexuellen erlaubt.

Für die neue Regelung, die auch für theologische Laien in kirchlichen Leitungsämtern gelten soll, stimmten am 21. August auf der Generalsynode in Minneapolis (US-Bundesstaat Minnesota) 559 Delegierte; 441 waren dagegen. Die Regelung soll in der 4,7 Millionen Mitglieder zählenden Kirche im kommenden Jahr in Kraft treten.

Werbung
christenverfolgung


Nach der anglikanischen Episkopalkirche (2,1 Millionen Mitglieder) und der Vereinten Kirche Christi (UCC) mit etwa 1,2 Millionen Mitgliedern ist die ELCA die dritte theologisch liberale Kirche in den USA, die praktizierenden Homosexuellen den Weg in Pfarramt öffnet.

Evangelikale und andere theologisch Konservative lehnen dies ab. Die UCC, die in Kirchengemeinschaft mit der deutschen Union Evangelischer Kirchen (UEK) steht, ist der Nachrichtenagentur Reuters zufolge die einzige größere US-Kirche, die die „Homo-Ehe“ anerkennt.

Auszug der Konservativen?

Unter konservativen Lutheranern innerhalb der ELCA regt sich Unmut über die Zulassung praktizierender Schwulen und Lesben zum Pfarramt. „Ich glaube, wir sind weiter gegangen, als es Gott erlaubt“, sagte Pfarrerin Rebecca M. M. Heber aus Heathrow (Bundesstaat Florida).

Die Gruppierung Lutheran Core (Lutherischer Kern), die rund 400 Gemeinden umfasst, will sich im September mit möglichen Konsequenzen befassen. Eine Abspaltung von der ELCA ist jedoch nicht beabsichtigt. Gleichwohl ist ein Auszug theologisch Konservativer aus der ELCA oder auch Übertritte zur konservativerem Lutherischen Kirche – Missouri Synode (2,4 Millionen Mitglieder) wahrscheinlich.

Kirchengemeinschaft mit Methodisten

Die Delegierten der ELCA stimmten ferner mit 958 gegen 51 Stimmen einer Kirchengemeinschaft mit der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in den USA zu. Schon 2008 hatte die Generalkonferenz der 7,9 Millionen Mitglieder zählenden EmK dies beschlossen. Die EmK lässt nur zölibatär lebende Homosexuelle zum Pastorenamt zu. In Deutschland besteht bereits seit 22 Jahren eine Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft zwischen der rund 60.000 Kirchenglieder und –angehörige zählenden EmK und der EKD, die 24,8 Millionen Kirchenmitglieder repräsentiert.

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben


 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Fürstin Gloria zieht Unterschrift von Protestschreiben zurück! (71)

Kardinal Burke: Ich werde nicht Teil eines Schismas sein (63)

"Ähnlich gehandelt wie die Makkabäer im Alten Testament!" (60)

P. Karl Wallner: Der Kampf gegen Priestertum ist voll losgebrochen! (54)

Protest gegen „sakrilegische und abergläubische Handlungen“ (45)

Abschlussmesse der Synode: Schale als Symbol für Pachamama? (40)

St. Martin-Reiter nennt das Fest „christlich“ und fliegt deshalb raus (37)

Ist in der Kirche noch Platz für den Glauben? (37)

Mexikanischer Bischof meint: Pachamama-Ehrung ist keine Götzenanbetung (36)

"Hohmann sollte lieber die antikirchliche Haltung der AfD kritisieren" (33)

Über drei Gebirge (33)

Ackermann: Entschädigung für Missbrauchsopfer aus Kirchensteuergeldern (29)

Das Logo unter der Lupe (28)

(K)eine Gay-Trauung in der Diözese Graz-Seckau? (20)

Die heidnische Bedeutung der Zeremonie in den Vatikanischen Gärten (18)