13 Juli 2009, 11:58
Evangelisieren mit der Bratwurst
 
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Seit fünf Jahren organisiert der Verein "On the move" (Auf dem Weg) sogenannte Bratwurstevangelisationen in deutschen Großstädten

Bielefeld (kath.net/idea)
Seit fünf Jahren organisiert der Verein „On the move“ (Auf dem Weg) sogenannte Bratwurstevangelisationen in deutschen Großstädten. Initiator des Projekts sind Sabine und Heinrich Baumann (Bielefeld), der auch Vorsitzender der Evangelischen Allianz in Bielefeld ist. Seit Beginn des Projektes wurden in 14 Städten bei 26 Einsätzen (jeder dritte davon in Nordrhein-Westfalen) rund 100.000 Mahlzeiten verteilt.

idea-Redakteur Tobias-Benjamin Ottmar sprach mit dem ehemaligen CVJM-Sekretär und heutigen hauptamtlichen Mitarbeiter des Vereins über den Sinn und bisherigen Erfolg der Initiative.

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idea: Wie kann man mit einer Bratwurst für den Glauben werben?

Baumann: Gemeinsam mit Mitarbeitern der örtlichen Gemeinden laden wir an zentralen Plätzen der Stadt die Passanten zu einer kostenlosen Bratwurst oder einen vegetarischen Burger ein. Sie bekommen einen Handzettel mit Ort und Datum, der gleichzeitig auch Gutschein für das Gratis-Essen ist. Dann kommen die Leute in Scharen zu unserem Grillfest.

idea: Und dann nimmt man sich die Bratwurst und geht wieder weg?

Baumann: Viele Leute lassen sich auf ein Gespräch mit uns Christen ein. Beim letzten Einsatz Anfang Juli in Ansbach (Mittelfranken) haben wir beispielsweise rund 3.500 Mahlzeiten verteilt und 800 Gespräche geführt. Nach der Evangelisation gibt es das Angebot, an einem Glaubenskurs teilzunehmen. Oft ergeben sich durch die Aktion persönliche Kontakte und die Gäste lassen sich zu einem Gottesdienst oder anderen Veranstaltungen einladen. Es kommt auch vor, dass sich Leute noch vor Ort für ein Leben als Christ entscheiden.

idea: Wie sind Sie auf die Idee für diese Initiative gekommen?

Baumann: Ursprünglich stammt das Projekt aus England. Meine Frau hatte den Initiator, Martin Graham, 2002 bei einer Gebetskonferenz in Hannover kennengelernt. Er hat uns ermutigt, das in Bielefeld auszuprobieren. Nach dem ersten Testlauf im Jahr 2003 wurden wir gefragt, ob wir das nicht hauptamtlich in Deutschland machen wollen. Ein Jahr später haben wir den Verein gegründet. Finanziert wird unsere Arbeit durch einen privaten Freundeskreis. Die Kosten für die einzelnen Evangelisationen teilen sich die beteiligten Gemeinden.

idea: Wieviel Geld und Mitarbeiter sind für eine Aktion erforderlich?

Baumann: Je nach Größe der Stadt zwischen 2.500 und 4.500 Euro. Man kann die Aktion schon mit 60 Leuten durchführen, je mehr natürlich, desto besser. In Detmold werden wir im September über 360 Mitarbeiter aus mindestens acht Gemeinden haben – das ist Rekord. Voraussetzung ist, dass sich mehrere Gemeinden zusammentun. Wir stellen dann das Projekt den Verantwortlichen vor, sorgen für die Mitarbeiterwerbung und organisieren von der Wurst über den Grillstand bis zu Tisch und Stühlen alles andere.
Hinterher sind viele begeistert

idea: Wie sind die Reaktionen?

Baumann: Wir bekommen fast nur positive Rückmeldungen. „Das sollte die Kirche immer machen“, sagen zum Beispiel viele. Oft sind die Besucher auch beeindruckt von der Einheit der Gemeinden – das ist für Außenstehende völlig unnormal, dass Christen aus unterschiedlichen Denominationen so gut zusammenarbeiten. Die denken, wir wären alle miteinander zerstritten.

idea: Und die Christen?

Baumann: Vor der Aktion gibt es immer viel Skepsis. Viele Mitarbeiter haben vorher noch nie einen evangelistischen Straßeneinsatz gemacht. Hinterher sind die meisten begeistert – von den 14 Städten, wo wir bisher waren, haben wir in acht bereits die Aktion wiederholt oder eine Wiederholung geplant. Für die Mitarbeiter ist es eine ermutigende Erfahrung, ganz ungezwungen mit Nichtchristen ins Gespräch über den Glauben zu kommen.

idea: Was sind Ihre Zukunftswünsche?

Baumann: Wir wünschen uns, dass Evangelisation wieder eine ganz normale Kernaufgabe der Kirche wird. Wir würden das Projekt künftig auch gerne in den neuen Bundesländern oder Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet durchführen – da haben wir bisher nur wenig Kontakt zu interessierten Gemeinden.

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