22 April 2009, 07:41
'Grusel-Rezept' für ein 'christlich gebratenes Meerschweinchen'
 
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Streit um kirchliches Kochbuch mit Meerschweinchen-Rezept - Stuttgarter Meerschweinchenhilfe sieht Gefühle vieler Menschen verletzt

Genf (kath.net/idea)
Der Lutherische Weltbund (LWB) ist in die Kritik geraten, weil er ein Kochbuch mit einem Rezept zur Zubereitung von Meerschweinchen herausgegeben hat. Die Onlineausgabe der BILD-Zeitung hatte am 18. April gemeldet, dass die Dachorganisation von 68,5 Millionen Lutheranern die Veröffentlichung eines „Ekel-Kochbuchs“ vorbereite. Es enthalte unter anderem ein „Grusel-Rezept“ für ein „christlich gebratenes Meerschweinchen“.

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Die Anleitung zum Häuten, Ausnehmen und Zerschneiden der Tiere habe bei Tierfreunden großes Entsetzen ausgelöst. Das Blatt zitiert beispielsweise Edmund Haferbach von der Tierschutzorganisation PETA, dem „als Mitglied der evangelischen Kirche die Spucke weggeblieben“ sei.

Nach Ansicht von Claudia Wehling von der Stuttgarter Meerschweinchenhilfe verletzte das Buch die Gefühle vieler Menschen. Dazu sagte die Direktorin des LWB-Kommunikationsbüros, Karin Achtelstetter (Genf), gegenüber idea, dass sich weder „Bild“ noch die Tierschützer ein eigenes Bild von der Seriosität des Buches verschaffen konnten, da bisher nur eine englische Ausgabe mit mehr als 100 Rezepten aus aller Welt sowie Gebeten und Geschichten aus zahlreichen Kulturen vorliege.

LWB-Zentrale: Wir haben das Rezept nicht getestet

Die deutsche Ausgabe, in der das Rezept ebenfalls enthalten sein soll, wird unter dem Titel „Unser tägliches Brot – Rezepte, Gebete und Geschichten zum Grundrecht auf Nahrung“ zur LWB-Vollversammlung 2010 in Stuttgart erscheinen. In Südamerika bereichern Meerschweinchen den Speiseplan. Laut Achtelstetter ist in vielen anderen Ländern der Verzehr von Meerschweinchen nicht erlaubt. Darauf werde in dem Buch extra hingewiesen.

Dementsprechend habe die LWB-Zentrale in Genf das aus Peru stammende Rezept auch nicht getestet. Grundsätzlich gelte aber, „dass Christen als Teil einer weltweiten Solidaritätsgemeinschaft immer wieder herausfordert sind, sich ihre eigenen Positionen und kulturellen Vorstellungen bewusst zu machen, anstatt sie zur allgemeingültigen Norm zu erheben“. In vielen Regionen der Welt werde die Ernährungsweise in Mitteleuropa als Tabubruch betrachtet.







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