09 April 2009, 11:10
‚Niemand wird zum Zölibat gezwungen’
 
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Kardinal Schönborn verteidigt den Zölibat: Wer diesen Weg der Nachfolge Jesu wählt, weiß, worauf er oder sie verzichtet. Die Zeit der Prüfung vor der endgültigen Bindung an diese Lebensform ist ausreichend lange.

Wien (www.kath.net)
In der Gratiszeitung „Heute“ (Ausgabe vom 27. März) äußert sich Kardinal Schönborn zum Thema „Zölibat“. Kath.Net dokumentiert den „Heute“-Text von Kardinal Schönborn im Wortlaut:

„Der Generalverdacht gegen Priester und Ordensleute, sie hielten ihre Versprechen nicht, ist ungerecht“. 90 Prozent der Österreicher sollen für die Abschaffung des Zölibats sein, so das Ergebnis einer Umfrage, von der alle Medien berichten. 72 Prozent sind „voll und ganz dafür“, dass Priestern das Heiraten erlaubt sein soll. Der Großteil der Befragten kann damit leben, dass der Pfarrer „eine Frau bzw. Freundin“ haben darf. Wer aber stellt die Frage: Ist das auch im Sinn Jesu? Oder ist das nur Anpassung an den Zeitgeist?

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Dazu einige Bemerkungen. Niemand wird zum Zölibat gezwungen. Denn niemand wird gezwungen, Priester zu werden, oder Ordensmann, oder Ordensfrau. Wer diesen Weg der Nachfolge Jesu wählt, weiß, worauf er oder sie verzichtet. Die Zeit der Prüfung vor der endgültigen Bindung an diese Lebensform ist ausreichend lange. Ihr ein Leben lang treu zu bleiben, ist nicht leicht. Auch die lebenslange eheliche Treue ist mit manchen Opfern verbunden. Aber Treue ist ein hoher Wert. Wie viel Leid wird heute durch Untreue gegenüber einmal gegebenen Versprechen verursacht! Soll die Ehe abgeschafft werden, weil die eheliche Treue oft nicht durchgehalten wird? Gilt es nicht, Untreue zu bereuen und zum gegebenen Versprechen zurückzukehren?

Der Generalverdacht gegen Priester und Ordensleute, sie hielten ihre Versprechen nicht, ist ungerecht. Gibt es in unserer Gesellschaft nicht viele Menschen, die durch ihre Lebensumstände genötigt sind, ohne Partnerschaft, ohne sexuelle Beziehung zu leben? Sind sie deswegen krank, unglaubwürdig, nicht normal? Wie viele von ihnen leben ihren „Zölibat“ in guter Weise, hilfsbereit, offen für die Nöte anderer? Ich bin überzeugt: Es ist auch für Priester möglich. Und sinnvoll.

Foto: © www.kath.net

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