17 März 2009, 16:04
Papst: ‚Afrikas Aids-Krise löst man nicht mit Kondomen’
 
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Außerdem müsse er lachen über den "Mythos", dass er im Vatikan isoliert und einsam sei, sagte der Papst bei der "fliegenden Pressekonferenz" auf dem Weg nach Kamerun.

Yaoundé (kath.net/RV) Bereits zum Antritt der Afrikareise ist Aids für Papst Benedikt zu einem Thema geworden: Die Aids-Epidemie in Afrika könne nicht mit der Verteilung von Verhütungsmitteln gelöst werden. Im Gegenteil, dies vertiefe die Probleme nur. Das betonte der Papst während des Fluges von Rom nach Kamerun.

Wörtlich sagte der Papst: "Ich würde sagen, daß man das Aidsproblem nicht nur mit Geld lösen kann, das zwar auch notwendig ist. Aber wenn die Seele nicht beteiligt ist, wenn die Afrikaner nicht mithelfen (indem sie eigene Verantwortung übernehmen), kann man es mit der Verteilung von Präservativen nicht bewältigen. Im Gegenteil, sie vergrößern das Problem.

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Die Lösung kann nur in einem zweifachen Bemühen gefunden werden: erstens in einer Humanisierung der Sexualität, das heißt in einer spirituellen und menschlichen Erneuerung, die eine neue Verhaltensweise im gegenseitigen Umgang mit sich bringt; und zweitens in einer wahren Freundschaft auch und vor allem zu den Leidenden, in einer Verfügbarkeit, auch mit Opfern und persönlichem Verzicht an der Seite der Leidenden zu sein. Das sind die Faktoren, die helfen und sichtbare Fortschritte bringen."

Wie üblich bei Papstreisen fand auch diesmal eine „fliegende Pressekonferenz“ hoch über den Wolken statt. „Die katholische Kirche leistet in Afrika viel im Kampf gegen Aids. Es ist eine Tragödie, die man nicht mit Geld überwinden kann“, sagte der Papst gegenüber den mitreisenden Journalisten.

Entschieden wandte sich Benedikt XVI. gegen Behauptungen in den Medien, er sei im Vatikan einsam und isoliert. „Ehrlich gesagt: Ich muss über diesen Mythos der Einsamkeit lachen. Ich fühle mich in keiner Weise einsam. Jeden Tag treffe ich mich mit Freunden, Mitarbeitern, mit den Chefs der vatikanischen Behörden und Bischöfen.“

Der Papst rief zu internationaler Solidarität auf, damit Afrika unter dem Druck der Wirtschaftskrise nicht zusammenbreche. Er meinte, dass die Finanz- und Wirtschaftswelt ethische Fragen in den Vordergrund rücken sollte. „Diese Wirtschaftskrise ist das Resultat eines ethischen Defizits. Mit diesem Thema werde ich mich in meiner neuen Enzyklika befassen.

Die Enzyklika war fast fertig, doch dann ist die globale Rezession hinzugekommen, und wir haben den Text revidieren müssen, um der Menschheit eine Botschaft zu dieser Weltlage zu bieten.“ Die Kirche in Afrika stehe den Armen und den Leidenden nahe. Dennoch sei sie keine „perfekte Gemeinschaft“. Daher sei „eine Bereinigung der Strukturen und eine Reinigung der Herzen“ notwendig.

Benedikt XVI. sprach in diesem Zusammenhang auch von der Aggressivität der neuen Sekten in Afrika. „Es stimmt, in Afrika gibt es Probleme mit den Sekten. Wir verkünden nicht wie sie Wunder und Reichtum. Diese Sekten sind sehr instabil, und der Katholizismus kann sie mit seiner Struktur und Einheit durchaus bekämpfen. Unser Netz kann den Tribalismus überwinden.“

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