
Wien (kath.net)
Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn hat am Donnerstag am Abend in der ORF-Sendung ZIB 2 im Zusammenhang mit der Aufhebung der Exkommunikation für die vier Piusbruderschaftsbischöfe Kritik an Vatikanmitarbeitern und an der Informationspolitik des Vatikans geübt. Schönborn betonte, dass man im Zusammenhang mit der Aufhebung der Exkommunikation zwei Dinge unterscheiden müsse, nämlich die "Absicht des Papstes" und die "Informationspolitik des Vatikans".
Wörtlich sagte der Kardinal: "Die Absicht des Papstes ist klar. Er will eine Versöhnung mit dieser Gruppe, die sich vor 20 Jahren von der Katholischen Kirche abgetrennt hat und die seither in einem Schisma, in einer Trennung lebt. Das was er gemacht hat, war einfach eine ausgestreckte Hand. Ob diese Hand ergriffen wird oder nicht, das wird sich zeigen."
Schönborn übte dann Kritik an der vatikanischen Informationspolitik und meinte weiters: "Die vier Bischöfe wurden nicht rehabilitiert. Es wurde einseitig als Geste des Entgegenkommens die Exkommunikation aufgehoben. Aber sie sind noch nicht in Amt und Würden. Sie müssen jetzt erst zeigen, ob sie bereit sind, die ausgestreckte Hand des Papstes auch zu ergreifen. Die Meldungen, die bisher gekommen sind, sind ungenügend. Denn solange diese vier Bischöfe nicht ganz klar das 2. Vatikanische Konzil anerkennen, wird es sicher keine volle Versöhnung geben."
Auf den umstritten Bischof Richard Williamson und seinen Aussagen zum Holocaust angesprochen meinte der Kardinal dann: "Hier ist offensichtlich ein Fehler passiert. Jemand, der den Holocaust, die Schoah leugnet, kann nicht in einem kirchlichen Amt rehabilitiert werden. Hier muss man auch eine gewisse Kritik an vatikanischen Mitarbeitern üben, die offensichtlich nicht genügend hingeschaut haben oder die in der Information sich nicht ausreichend die Sachen angeschaut haben."
Kath.Net -Vatikan: Exkommunikation der 'Pius-Bischöfe' aufgehoben
Das Schreiben im Wortlaut
Diskussion im Forum
KathTube - Auszug aus dem ORF-Interview mit Kardinal Schönborn:
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