28 Januar 2009, 11:43
Williamson hat dem Papst 'ins Gesicht geschlagen'
 
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"Wer sich gegen Geschöpfe des Herrn wendet, macht sich der Gotteslästerung schuldig", sagte Bischof Müller bei der Gedenkfeier für die Opfer des Holocaust in Regensburg.

Regensburg (kath.net/pdr) Im Rahmen einer Gedenkfeier für die Opfer des Holocaust in der Alten Kapelle in Regensburg sprach sich Bischof Gerhard Ludwig Müller gegen die Äußerungen von Bischof Richard Williamson aus, der in einem Interview die Verbrechen des Holocaust verharmlost und geleugnet hatte.

Die Gedenkfeier, der rund 200 Menschen beiwohnten, wurde von Vertretern der Katholischen und Evangelischen Kirche in Regensburg, der Jüdischen Gemeinde Regensburg, der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen sowie der Stadt Regensburg initiiert. Im Anschluss an die Gedenkfeier begaben sich die Anwesenden in einem Schweigemarsch zur Regensburger Synagoge, in der die Feierstunde mit Toten- und Kaddisch-Gebet sowie dem Aaronitischen Segen ihren Ausklang fand.

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Stadtdekan Alois Möstl betonte zur Eröffnung, dass Bischof Gerhard Ludwig Müller kurzfristig der Mitfeier der Gedenkstunde zugesagt hatte, um seine tiefe Verbundenheit und Freundschaft zur Jüdischen Gemeinde Ausdruck zu verleihen. Der Regensburger Oberhirte erklärte dann, dass die Gedenkfeier und der anschließende Schweigemarsch von dem katholischen Gotteshaus zur Synagoge dazu diene, im Beten und Denken den abscheulichen Völkermord von sechs Millionen Juden in Erinnerung zu rufen.

In Bezug auf die Berichterstattung in den Medien über die Äußerungen von Bischof Richard Williamson von der Priesterbruderschaft St. Pius X., hob Bischof Gerhard Ludwig Müller hervor, dass der Geistliche damit außerhalb der Katholischen Kirche stehe. Das Gesagte sei an Dummheit und Infamie nicht zu überbieten.

Ursprünglich, so der Regensburger Bischof, sei es bei der Aufhebung der Exkommunikation von vier Bischöfen durch den Heiligen Vater darum gegangen, eine Randgruppe wieder näher an die Kirche heranzuführen. Papst Benedikt habe damit einer randständigen Gruppierung beide Hände gereicht. Drei der vier Bischöfe hätten sich dankbar gezeigt und sich sofort von dem vierten Bischof distanziert. Der vierte aber habe mit seinen Äußerungen dem Heiligen Vater „ins Gesicht geschlagen“.

„Es ist sehr wichtig, dass wir uns alle nicht von solchen Menschen durcheinander bringen lassen. Das Gesagte ist zutiefst menschenverachtend und zeigt die innere Fremde zum Gottesglauben der Kirche. Williamson beweist damit den Gipfel der Unmenschlichkeit. Gott schuf die Menschen nach seinem Bildnis. Wer sich aber gegen die Würde seiner Geschöpfe wendet, macht sich der Gotteslästerung schuldig“, erklärte Bischof Gerhard Ludwig Müller.

Er sprach gegenüber Williamson ein Hausverbot in allen Kirchen und Einrichtungen der Diözese Regensburg aus. Abschließend appellierte der Regensburger Oberhirte gemeinsam nach vorne zu schauen, innerlich noch weiter zusammen zu wachsen und verwies dabei an die gemeinsame Heilsgeschichte und den gemeinsam gut begonnen Weg von Juden, Christen und allen Menschen guten Willens.

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