26 Januar 2009, 17:13
Bischofskonferenz: Piusbruderschaftsbischöfe weiterhin suspendiert!
 
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Deutsche Bischofskonferenz: Pius-Bruderschaft muss ihre Treue zum Zweiten Vatikani­schen Konzil unmissverständlich und glaubwürdig bekunden - Erzbischof Marx zu Williamson: Jede Leugnung des Holocaust muss mit aller Härte geahndet werden

München (kath.net)
Mit tiefer Bestürzung hat der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, auf die Leugnung des Holocaust durch den britischen Bischof der Piusbruderschaft, Richard Williamson, reagiert. „Die Äußerungen von Williamson sind unsäglich, inakzeptabel und auf das Schärfste zu verurteilen“, erklärte Marx am Montag in München: „Jede Leugnung des Holocaust muss mit aller Härte geahndet werden.“

Der Erzbischof warnte zugleich davor, die Äußerungen Williamsons in einen direkten Zusammenhang mit der Aufhebung der Exkommunikation der Bischöfe der Piusbruderschaft zu bringen. „Der Heilige Vater will in einen Dialog mit dieser schismatischen Bewegung treten. Das Anliegen der Kirche wird immer sein, die Einheit der Christen herzustellen“, sagte Marx. Papst Benedikt XVI. habe der Priesterbruderschaft Pius X. die Möglichkeit einer Rückkehr in die Katholische Kirche angeboten. „Es gibt aber keinen Zweifel daran, dass dafür die Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils bindend sind“, so Marx.

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Die Deutsche Bischofskonferenz hat am Montag eine offizielle Stellungnahme von Bischof Heinrich Mussinghoff veröffentlicht. Mussinghoff ist
Vorsitzender der Unterkommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum der Deutschen Bischofskonferenz.

Die Stellungnahme der Deutschen Bischofskonferenz im Wortlaut auf Kath.Net:

Mit einem Dekret von Kardinal Giovanni Battista Re, Präfekt der Kongrega­tion für die Bischöfe, vom 21. Januar 2009 hat Papst Benedikt XVI. die Strafe der Exkommunikation vom 2. Juli 1988 gegen die vier Bischöfe der Priester­bruder­schaft Pius X. aufgehoben. Dessen ungeachtet sind sie weiterhin suspen­diert, also rechtlich an der Ausübung des Weiheamtes gehindert. Das Dekret ist Ausdruck des päpstlichen Willens, ein bestehendes Schisma aufzuheben.

In seinem Bemühen um die Überwindung des Skandals kirchlicher Spaltung und um die Einheit der Kirche und in der Kirche unterstützen wir den Papst.

Freilich hat der Schritt von Papst Benedikt XVI. Anlass zu einer Reihe kriti­scher Nachfragen gegeben. Sie beziehen sich auf die Übereinstimmung mit den jüngeren Stellungnahmen der Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. Die Besorgnis wurde besonders dadurch verstärkt, dass ein Interview eines der vier von der Exkommunikation befreiten Bischöfe, Bischof Richard William­son, bekannt wurde.

In diesem Fernsehinterview hatte Bischof Williamson behauptet, die historische Evidenz spräche gegen die Existenz von Gaskam­mern und es seien nicht sechs Millionen Juden, sondern 200.000 bis 300.000 Juden von den Nazis ermordet worden. Dieser ausdrücklichen Leugnung des Holocaust, die bereits Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen in Deutschland ist, widersprechen wir auf das Schärfste.

Darüber hinaus haben die vier Bischöfe und die Verantwortlichen der Pius-Bruderschaft vielfach deutlich gemacht, dass sie die Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Beziehung der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen „Nostra Aetate“ vom 28. Oktober 1965 nicht beachten.

Das Dekret von Kardinal Re spricht von noch offenen Fragen, deren Lösung in Gesprächen zwischen dem Apostolischen Stuhl und der Pius-Bruderschaft ansteht.

Wir äußern die deut­liche und große Erwartung und dringende Bitte, dass in den Gesprächen die vier Bischöfe und die Pius-Bruderschaft ihre Treue zum Zweiten Vatikani­schen Konzil und insbesondere zur Erklärung „Nostra Aetate“, deren Anliegen Papst Johannes Paul II. sich in seinem langen Pontifikat so beharrlich und segensreich zu eigen gemacht hat, unmissverständlich und glaubwürdig bekunden.

Nach dem übergroßen Entgegenkommen des Papstes erwarten wir nun eine klare Aussage der Bruderschaft und ihrer Bischöfe insbesondere zu „Nostra Aetate“.

In diesen Tagen können wir nicht von den gegenwärtigen Irritationen im katholisch-jüdischen Verhältnis absehen. So hat es nach den bedrückenden Tagen des Hamas-Israel-Krieges auch von katholischer Seite eine Kritik am Staat Israel gegeben, die wir zurückweisen müssen. So hat der Herausgeber der Katholischen SonntagsZeitung für Deutschland Dr. Dirk Hermann Voß in einem Leitartikel den israelischen Einsatz im Gazastreifen „wie in einem Blutrausch“ genannt und ihn als „vollständig der Logik der Gewalt“ verschrieben dargestellt.

Damit sind die Grenzen einer argumentativen und begründbaren Kritik an der Politik des Staates Israel eindeutig überschritten. Protest und Klage sind angesichts der Opfer in der jüngsten kriegeri­schen Auseinandersetzung sehr wohl verständlich.

Aber das Recht auf Sicherheit des Staates Israel und seiner Bürger darf nicht durch eine undifferenzierte Kritik faktisch bestritten werden. Eine solche Kritik untergräbt das notwendige Eintreten für ein Leben in Sicherheit und Frieden für das palästinensische Volk.

Kath.Net -Vatikan: Exkommunikation der 'Pius-Bischöfe' aufgehoben

Das Schreiben im Wortlaut

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